Lungenemphysem

Das Lungenemphysem ist eine Krankheit, bei der die Wände zahlreicher Lungenbläschen zerstört werden. Durch die zerstörte Bläschenstruktur kommt es insgesamt zu einer Überblähung der Lunge, die sich nicht mehr zurückbilden kann.

Was ist das? - Definition
Das Lungenemphysem ist eine Krankheit, bei der die Wände zahlreicher Lungenbläschen zerstört werden. Die Lungenbläschen, oder Alveolen, sind der wichtigste Teil der Lunge, denn hier wird der Sauerstoff ins Blut abgegeben. Durch die zerstörte Bläschenstruktur kommt es insgesamt zu einer Überblähung der Lunge, die sich nicht mehr zurückbilden kann.

Wie wird es noch genannt? - Andere Bezeichnungen

  • Blählunge

Wie kommt es dazu? - Mögliche Ursachen
Der mit Abstand wichtigste Auslöser des Lungenemphysems ist das Rauchen. Bei der Inhalation von Tabakrauch werden in der Lunge kleine Entzündungen ausgelöst. Dies führt zur Freisetzung von Stoffen, welche eine Zerstörung des Lungengewebes bewirken. In einer gesunden Lunge werden diese Stoffe durch andere unschädlich gemacht. Bei einer chronischen Lungenschädigung aber sind die schützenden Stoffe gehemmt. Die Trennwände zwischen den Lungenbläschen reißen dadurch ein und die schwammartige Struktur der Lunge vergröbert sich, d.h. aus vielen kleinen Lungenbläschen werden wenige große Blasen. Somit bleibt nach der Ausatmung vermehrt Luft in der Lunge, Folge ist eine Lungenüberblähung.
Im Alter (über 60 Jahre) haben auch Nichtraucher immer ein leichtes Lungenemphysem, das jedoch meist keine Symptome verursacht.

Wie macht es sich bemerkbar? - Symptome
Insgesamt ähneln die Beschwerden denen einer chronischen Bronchitis:

  • Leitsymptom des Lungenemphysems ist die zunehmende Luftnot bei körperlicher Belastung. In schweren Fällen klagen die Betroffenen bereits in Ruhe über Atemnot.
  • Durch die Lungenüberblähung kommt es zu einer Waagrechtstellung der Rippen, der Brustkorb nimmt die Form eines Fasses an, weshalb Fachleute auch von einem Fassthorax sprechen. Atem- und Brustkorbbewegungen sind kaum noch erkennbar.

Wie geht es weiter? - Verlauf und Komplikationen
Schreitet das Lungenemphysem fort, steht auf Grund der Zerstörung der Lungenbläschen immer weniger Fläche zur Verfügung, über die Sauerstoff ins Blut abgegeben werden kann. Folge ist ein chronischer Sauerstoffmangel. Dies ist an einer Blaufärbung der Haut und an ständiger Atemnot zu erkennen. Nicht selten ist hier zur Besserung die Versorgung mit einer Sauerstoffflasche nötig.
Nicht nur die Lungenbläschen, auch die kleinen Blutgefäße in der Lunge werden zerstört. Folge ist eine Erhöhung des Blutdrucks im Lungenkreislauf. Der rechte Herzanteil pumpt das Blut in die Lunge. Um den dort erhöhten Blutdruck zu überwinden bilden sich im rechten Herzen vermehrt Muskeln. Besteht die übermäßige Belastung des Herzens über einen längeren Zeitraum, kommt es zur Schädigung dieses Herzanteils, Fachleute sprechen von einer Rechtsherzinsuffizienz.
Platzt eine der Emphysemblasen, so gelangt Luft in den Spalt zwischen Lungen- und Rippenfell, dem Pleuraraum. Hier herrscht normalerweise ein Unterdruck, der zur Entfaltung der Lunge nötig ist. Durch die eindringende Luft wird der Unterdruck aufgehoben und die entsprechende Lungenhälfte schnurrt in sich zusammen.
Auf Grund der Stauung des Lungensekrets in der überblähten Lunge kommt es zu häufigen Infekten in den Luftwegen.

Verhaltenstipps

  • Das Lungenemphysem ist nicht heilbar. Daher ist es wichtig, ein Fortschreiten der Lungenveränderungen zu verhindern. Dies kann nur durch ein absolutes Rauchverbot erreicht werden.
  • Die so genannte Lippenbremse erleichtert die Ausatmung: hier wird mit leicht geschlossenen Lippen ausgeatmet. Dadurch werden die Atemwege länger offengehalten.
  • Bei einer raschen Zunahme der Atemnot oder Zeichen eines Atemwegsinfektes sollte ein Arzt zu Rate gezogen werden, nicht selten ist die Gabe eines Antibiotikums nötig.

Bearbeitungsstand: 27.07.2012

Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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