Arzneimittel

Medikamente für Bluter ab sofort in der Apotheke

02.09.2020

Patienten mit der Bluterkrankheit, auch bekannt als Hämophilie, werden ab September 2020 durch öffentliche Apotheken mit den notwendigen Arzneimitteln versorgt. Dafür sorgt das neue Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV).

Hämophilie-Arzneimittel gibt es ab sofort mit einer entsprechenden Verordnung in der Apotheke.
Hämophilie ist eine sehr seltene Erbkrankheit, die etwa 4.000 Menschen in Deutschland betrifft. Diese werden ab sofort in der Apotheke vor Ort mit ihren Arzneimitteln versorgt.
© iStock.com/jacoblund

Das neue Gesetz beendet die bisherige Ausnahmeregelung, wonach pharmazeutische Hersteller Hämophilie-Medikamente direkt an Ärzte und deren Einrichtungen geliefert haben. Zukünftig müssen die behandelnden Ärzte nun eine Verordnung ausstellen, die die Patienten in einer Apotheke ihrer Wahl einlösen können. Hämophilie-Präparate unterliegen als rezeptpflichtige Arzneimittel der Arzneimittelpreisverordnung (Preisbindung), müssen stets kühl transportiert und gelagert werden und sind zusätzlichen dokumentations- und meldepflichtig. In Deutschland leiden nach Angaben des Welthämophilieverbandes gut 4.000 Menschen an der seltenen Erbkrankheit.

„Die öffentlichen Apotheken in Deutschland übernehmen gerne die Verantwortung für die Arzneimittelversorgung von Hämophilie-Patienten“, sagt Berend Groeneveld, Patientenbeauftragter des Deutschen Apothekerverbandes (DAV). „Arzneimittel gehören grundsätzlich in die Apotheke, denn dort stehen auch die Arzneimittelfachleute zur Verfügung. Hämophilie-Patienten müssen sich keine Sorgen machen, denn die Änderung des Vertriebswegs wird keinesfalls eine Beeinträchtigung ihrer Versorgung bedeuten.“

Groeneveld fügt hinzu: „Gesetzlich versicherte Patienten müssen sich im Gegensatz zur bisherigen Versorgung allerdings auf gesetzliche Zuzahlungen einstellen. Jede Apotheke ist verpflichtet, die gesetzlichen Zuzahlungen für die Krankenkassen einzusammeln und weiterzuleiten. Um finanzielle Härten zu vermeiden, kann aber in vielen Fällen eine Zuzahlungsbefreiung bei der Krankenkasse beantragt werden.“

ABDA

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