Instant oder Filterkaffee? Große Studie findet Unterschiede beim biologischen Alter

Rüdiger Freund  |  25.07.2026 09:11 Uhr

Filterkaffee und Instantkaffee könnten sich in ihrer Wirkung stärker unterscheiden als bislang gedacht. Wer überwiegend Filterkaffee trank, wies in einer neuen Studie günstigere Werte für das biologische Altern auf als Menschen mit hohem Instantkaffee-Konsum.

Jemand überbrüht per Hand einen Filterkaffee.
Ob selbst aufgebrüht oder aus der Maschine -Filterkaffee scheint Vorteile gegenüber Instantkaffee zu haben.
© 13160449/iStockphoto

Filterkaffee schneidet bei den Biomarkern besser ab

Wer regelmäßig Kaffee trinkt, greift oft aus Gewohnheit zu einer bestimmten Sorte. Eine aktuelle Studie legt nun nahe, dass genau diese Wahl das biologische Alter beeinflussen könnte.

Die Auswertung zeigt: Menschen, die Filterkaffee tranken, wiesen günstigere Werte bei mehreren Biomarkern des biologischen Alterns auf als Menschen, die keinen Kaffee tranken. Anders als das Lebensalter in Jahren sollen diese Marker zeigen, wie stark der Körper biologisch bereits gealtert ist. Bei Instantkaffee zeigte sich dagegen ein Zusammenhang mit einer stärkeren biologischen Alterung gegenüber Nicht-Kaffeetrinkern. Für die übrigen in der Studie erfassten Kaffeearten erkannten die Forscher keinen Zusammenhang.

Große Studie mit fast 50.000 Erwachsenen

Für die Beobachtungsstudie werteten die Wissenschaftler Daten von 49.414 Erwachsenen aus der britischen UK Biobank aus. Das Durchschnittsalter lag bei rund 56 Jahren. Erfasst wurde, wie viel Instant-, Filter- oder anderer Kaffee die Teilnehmer tranken. Anschließend verglichen die Forscher dies mit drei etablierten Markern des biologischen Alterns, darunter die sogenannte PhenoAge-Beschleunigung und die Telomerlänge der weißen Blutkörperchen.

Die Unterschiede blieben auch nach Bereinigung vieler Faktoren bestehen

Die Autoren berücksichtigten in ihren Berechnungen zahlreiche mögliche Einflussfaktoren wie Alter, Geschlecht, Rauchen, Bewegung, Bildung, Körpergewicht und Vorerkrankungen. Trotzdem blieb der Zusammenhang bestehen: Mit steigendem Konsum von Filterkaffee waren die Marker des biologischen Alterns günstiger. Bei höherem Konsum von Instantkaffee zeigte sich dagegen der gegenteilige Zusammenhang.

Die Forscher untersuchten mögliche biologische Erklärungen. Dabei spielten unter anderem Entzündungsmarker sowie Stoffwechsel- und Nierenwerte eine Rolle. Diese Analysen liefern jedoch lediglich Hinweise auf mögliche Mechanismen.

Eine mögliche Erklärung wäre, dass sich bestimmte Inhaltsstoffe je nach Zubereitung unterscheiden. Filter halten beispielsweise einen Teil der Kaffeeöle zurück, die den Cholesterinspiegel beeinflussen können. Ob das auch den Zusammenhang mit dem biologischen Altern erklärt, ist offen.

Ergebnisse vorsichtig einordnen

Die Autoren betonen selbst, dass ihre Untersuchung nur Zusammenhänge zeigt. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie mit Querschnittsdaten. Deshalb lässt sich nicht sagen, dass Instantkaffee das Altern beschleunigt oder Filterkaffee es verlangsamt. Auch andere Faktoren wie Lebensstil, Ernährungsgewohnheiten oder soziale Unterschiede könnten die Ergebnisse beeinflusst haben. Zudem beruhen die Angaben zum Kaffeekonsum auf Selbstauskünften.

Für den Alltag bedeutet das: Die Studie liefert interessante Hinweise darauf, dass die Zubereitungsart von Kaffee möglicherweise wichtiger ist als bislang angenommen. Ob ein Wechsel von Instant- zu Filterkaffee tatsächlich das biologische Altern beeinflusst, müssen weitere Studien zeigen.

Quelle: DOI 10.1038/s41538-026-00988-0 

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