Ein Kinoabend, ein Theaterbesuch oder ein Rundgang durchs Museum sind für viele vor allem Freizeitvergnügen. Doch solche kulturellen Aktivitäten könnten auch mit einer besseren körperlichen Gesundheit im Alter verbunden sein. Darauf deutet eine Langzeitstudie hin.
Studie: Regelmäßige Kulturbesucher waren körperlich im Schnitt drei Jahre jünger
Das Ergebnis der Studie: Menschen, die mindestens alle paar Monate kulturelle Angebote nutzten, waren körperlich im Durchschnitt etwa drei Jahre "jünger" als Teilnehmer, die seltener ins Kino, Theater oder Museum gingen. Grundlage war ihr geschätztes physiologisches Alter. Das sogenannte physiologische Alter beschreibt, wie leistungsfähig der Körper tatsächlich ist. Es kann deutlich vom tatsächlichen Lebensalter abweichen. Auch nach Berücksichtigung von Faktoren wie Einkommen, Beruf und chronischen Erkrankungen blieb der Zusammenhang bestehen.
Messgrößen wie Cholesterin, Blutdruck oder Griffkraft spielten eine Rolle
Für die Untersuchung werteten Forscher die Daten von 1.899 Erwachsenen ab 50 Jahren aus der englischen Langzeitstudie English Longitudinal Study of Ageing aus. Dafür bewerteten die Forscher unter anderem Blutdruck, Lungenfunktion, Blutzucker, Cholesterin, Griffkraft und Gehgeschwindigkeit. Auf Basis dieser Daten schätzten Wissenschaftler das physiologische Alter ein. Zusätzlich lagen Angaben der Studienteilnehmer dazu vor, wie häufig sie Kino, Museum, Kunstgalerien, Theater-, Konzert- oder Opernaufführungen besuchten.
Warum Kulturbesuche der Gesundheit helfen könnten
Die Studienautoren vermuten, dass kulturelle Aktivitäten soziale Kontakte fördern, die psychische Gesundheit stärken und zu einem gesünderen Lebensstil beitragen könnten. Das könnte sich wiederum positiv auf die Gesundheit auswirken.
Die Studie zeigt jedoch lediglich einen Zusammenhang. Sie belegt nicht, dass Kulturaktivitäten Alterungsprozesse verlangsamen. Möglich ist auch die umgekehrte Erklärung: Menschen, die bereits gesünder sind, können öfter Kulturveranstaltungen besuchen. Zudem wird das körperliche Alter noch durch weitere in der Studie nicht bestimmte Faktoren beeinflusst, etwa die Genetik und Umwelt.
Kulturelle Angebote als möglicher Ansatz
Die Autoren betonen, dass Kulturbesuche Bewegung, soziale Kontakte und geistige Aktivität verbinden könnten und sprechen sich dafür aus, kulturelle Angebote leichter zugänglich zu machen. Welche dieser einzelnen Faktoren den Zusammenhang erklärt, bleibt offen.
Quelle: DOI 10.1136/jech-2025-225753