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Naschen: Sind die Gene schuld?

27.07.2020 09:01 Uhr

Wer eine Veranlagung zu Übergewicht hat, dem fällt es deutlich schwerer, ein gesundes Körpergewicht zu halten. Ein Grund dafür könnte sein, dass bestimmte Verhaltensmuster beim Essen erblich bedingt sind, beispielsweise das Naschen zwischen den Mahlzeiten.

Die Veranlagung zum Naschen könnte zum Teil in den Genen stecken.
Wie gern jemand nascht, könnte zumindest teilweise erblich bedingt sein.
© iStock.com/mzoroyan

Die Forscher haben vier Verhaltensweisen beim Essen identifiziert, die teilweise erblich sind: unregelmäßiges und ungesundes Essen, eingeschränktes Essen, emotionales Essen und Naschen. Vor allem Naschen zwischen den Mahlzeiten und am Abend stand mit Fettleibigkeit im Zusammenhang. Dies berichten Forscher im renommierten Fachblatt „Journal of Clinical Nutrition“.

Auch Schlafmangel kann Übergewicht begünstigen

„Diese Ergebnisse sollen nicht entmutigen, sondern aufzeigen, warum es manche Menschen schwerer haben, ihr Gewicht zu halten als andere. Mit einer ausgewogenen Ernährung, körperlicher Bewegung sowie mit ausreichend Schlaf kann man gegen die Genetik ankämpfen. Es gibt Studien, die zeigen, dass Schlafmangel zu hormonellen Veränderungen führt, die den Appetit anregen“, sagt Ernährungswissenschaftlerin Dr. Leonie-Helen Bogl von der Abteilung für Epidemiologie der MedUni Wien. Die Ergebnisse der Studie könne man demnach auch nutzen, um bei Personen mit einer entsprechenden „Erblast“ gezielte Verhaltenstherapien zur Änderung der Essgewohnheiten durchzuführen.

Für die Studie wurden in Kooperation mit der Universität Helsinki Daten aus einer finnischen Zwillingsstudie mit 4.036 Zwillingen zwischen 31 und 37 Jahren analysiert. Ein Essverhalten, das sich bei eineiigen Zwillingspaaren stärker ähnelt als bei zweieiigen, deutet darauf hin, dass das Erbgut eine größere Rolle spielt als Umweltfaktoren. Man kennt rund eine Million Genvarianten für Übergewicht, die das Forschungsteam zu einem genetischen „Risiko-Score“ zusammenfasste und auf Zusammenhänge mit dem Essverhalten hin untersuchte.

ZOU

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