Periorale Dermatitis

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  07.04.2026 00:00 Uhr

Bei der perioralen Dermatitis, auch "Mundrose" genannt, handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung der Gesichtshaut. Sie betrifft vorwiegend Frauen jüngeren und mittleren Alters. Insbesondere um den Mund herum (perioral) treten Rötungen, Schwellungen und Pusteln auf. Die Krankheit ist nicht ansteckend.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Die perioraleDermatitis ist eine entzündliche Hauterkrankung im Gesicht, die vor allem um den Mund herum auftritt. Oft hängt sie mit zu viel Pflege und Kosmetik zusammen. Es handelt sich nicht um eine Allergie im klassischen Sinn und auch nicht um eine Infektion, bei der man sich anstecken kann.
Typisch ist eine Intoleranzreaktion der Gesichtshaut: Die Haut wird über längere Zeit immer wieder gereizt, die Hautbarriere gerät aus dem Gleichgewicht und es entsteht ein Teufelskreis aus Trockenheit, Spannungsgefühl und noch mehr Eincremen. Die Erkrankung kann auch um die Augen herum auftreten (periokuläre Dermatitis).

Symptome / Verlauf

Charakteristisch sind Veränderungen um den Mund, wobei direkt am Lippenrand oft ein eine schmale Randzone ausgespart bleibt. Häufig sind ausserdem Nasolabialfalten, Wangen oder Kinn und manchmal die Unterlider betroffen. Seltener beginnt die Erkrankung nur im Augenbereich.
Meist startet die perioraleDermatitis mit Rötung, hell- bis dunkelroten Knötchen und Pusteln. Die Haut ist gerötet und oft leicht schuppig. Sie wirkt oft trocken und fettarm. Die betroffenen Bereiche können zu grösseren, geröteten Flächen zusammenlaufen, besonders in Gesichtsfalten sowie an Kinn und Nasenregion. Viele Betroffene berichten über Spannungsgefühl, Brennen oder leichte Schmerzen, manchmal auch Juckreiz.
Typische Faktoren, die die Beschwerden verschlimmern können, sind Sonnenlicht, häufiges Waschen mit Seifen/Detergenzien, übermässige Kosmetikanwendung und vor allem kortisonhaltige Cremes: Diese können die Barriere weiter schwächen und die Erkrankung verstärken.

Folgen / Komplikationen

Die perioraleDermatitis ist in der Regel harmlos und führt meist nicht zu bleibenden Schäden. Sie kann jedoch hartnäckig sein und das Hautbild über längere Zeit beeinträchtigen. Viele Betroffene empfinden die sichtbaren Veränderungen als belastend und sind verunsichert, weil die Haut trotz Pflege immer schlechter reagiert.
Bei langem Verlauf können zusätzlich bakterielle Besiedlungen oder ein Befall mit Demodex-Milben hinzukommen, was die Entzündung verstärken kann. Narben oder dauerhafte Pigmentstörungen entstehen typischerweise nicht.

Ursachen / Risikofaktoren

Als zentral gilt eine gestörte Hautbarriere: Durch wiederholte Reizung, häufig durch Pflegeprodukte, Reinigung oder kosmetische Massnahmen, kommt es zu einer Barrierefunktionsstörung mit erhöhtem Wasserverlust der Haut. Das fühlt sich trocken und gespannt an, wodurch oft noch mehr gecremt wird. So entsteht häufig ein Teufelskreis.
Häufige Faktoren, die eine perioraleDermatitis auslösen oder verschlimmern können:

  • ungeeignete Gesichtscremes und häufiges Nachcremen
  • Reinigungsprodukte oder aggressive Waschsubstanzen
  • Kosmetika und bestimmte kosmetische Massnahmen
  • lokale Kortisoncremes
  • Stress
  • intensive Sonneneinstrahlung

Viele Betroffene haben zudem eine atopische Veranlagung, zum Beispiel eine Neigung zu Neurodermitis, Heuschnupfen oder Asthma. Ob hormonelle Faktoren wie die Verwendung der Pille oder die Hormonspirale eine Rolle spielen, ist nicht sicher. Kontaktallergien sind meist nicht die Ursache.

Das kann helfen

Das macht der Arzt: Bei vielen Betroffenen hilft zunächst eine konsequente "Nulltherapie". Das bedeutet, alle Cremes, Kosmetika und insbesondere kortisonhaltige Produkte im Gesicht nach ärztlicher Anleitung wegzulassen. Anfangs kann die Haut dabei kurzfristig schlechter wirken, bevor sie sich beruhigt.
Wenn eine Behandlung nötig ist, können je nach Schweregrad Wirkstoffe, die auf die Haut aufgetragen werden, zum Einsatz kommen. Das können bestimmte Antibiotika sein oder Cremes, die Entzündungen hemmen, aber kein Kortison enthalten. Nur selten sind Tabletten erforderlich.
Das kann man selbst tun: Betroffene selbst können unterstützen, indem sie die Haut reizarm behandeln. Das heisst, mild reinigen, nicht schrubben, keine aggressiven Peelings, keine Wirkstoffe ohne Rücksprache und Geduld mitbringen. Häufig bessert sich die Haut erst nach einigen Wochen, wenn der Reizkreislauf durchbrochen ist.Quellenangabe:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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