Pflanzendrink statt Kuhmilch? Studie zeigt, was bei den Nährstoffen am besten abschneidet

Rüdiger Freund  |  15.07.2026 15:30 Uhr

Pflanzliche Drinks gehören für viele zum Frühstück. Doch wer damit Kuhmilch ersetzt, sollte genauer auf die Nährwertangaben schauen: Eine Studie zeigt, dass sich die Produkte beim Eiweißgehalt sowie zugesetztem Calcium und Vitamin D teils deutlich unterscheiden.

Milch aus Nüssen, Kokosnuss, Erbsen und Hafer.
Milchalternativen enthalten oft deutlich weniger Mineralstoffe und Vitamine als Kuhmilch.
© jenifoto/iStockphoto

Hafer-, Mandel- oder Sojadrinks stehen inzwischen in fast jedem Supermarkt. Viele greifen aus Geschmack, Nachhaltigkeits- oder Ernährungsgründen zu den Alternativen. Doch liefern sie auch vergleichbare Mengen wichtiger Nährstoffe?

Eiweißgehalt meist niedriger als bei Kuhmilch

Eine in der Fachzeitschrift „Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics“ veröffentlichte Studie untersuchte 219 pflanzliche Milchalternativen von 21 Marken auf dem US-Markt. Verglichen wurden unter anderem Eiweiß, Calcium und Vitamin D mit den Werten von Kuhmilch.

Das Ergebnis: Die Nährstoffgehalte unterschieden sich zum Teil erheblich - sowohl zwischen verschiedenen Produktarten als auch innerhalb einer Kategorie. Die meisten Pflanzendrinks waren beim Eiweißgehalt niedriger als Kuhmilch. Nur knapp jeder fünfte Drink hatte einen Proteingehalt, der mindestens dem von Kuhmilch entsprach. Alternativen auf Soja- und Erbsenbasis schnitten diesbezüglich tendenziell besser ab. 

Sojadrinks schneiden am besten ab

Den Autoren zufolge ähnelten angereicherte Sojadrinks dem Nährstoffprofil von Kuhmilch am stärksten. Bei Hafer-, Mandel- und anderen Pflanzendrinks fielen die Unterschiede häufiger größer aus.

Rund 70 Prozent der untersuchten Produkte waren mit Calcium und Vitamin D angereichert. Dennoch zeigte sich insgesamt eine große Spannbreite bei den enthaltenen Nährstoffen und auch beim Gehalt an zugesetztem Zucker. 

„Es sollte sichergestellt werden, dass Verbraucher sich darüber im Klaren sind, dass viele der heute auf dem Markt erhältlichen pflanzlichen Milchalternativen ernährungsphysiologisch nicht mit Kuhmilch vergleichbar sind“, sagte Studienautorin Prof. Abigail Johnson von der Minnesota School of Public Health.

Ein Blick auf die Nährwerttabelle lohnt sich

Die Ergebnisse machen deutlich, dass sich Pflanzendrinks nicht pauschal beurteilen lassen. Je nach Hersteller und Produkt können sich Eiweißgehalt sowie zugesetztes Calcium und Vitamin D deutlich unterscheiden. Johnson riet: „Verbraucher suchen am besten nach pflanzlichen Milchalternativen, die Kalzium und Vitamin D als Inhaltsstoffe aufführen.“ Das geht mithilfe der auf der Packung aufgedruckten Nährwerttabelle. Sie zeigt, wie viel Eiweiß enthalten ist und ob Calcium sowie Vitamin D zugesetzt wurden. 

Die Studie bezieht sich auf Produkte, die auf dem US-Markt erhältlich waren. Das Angebot in Deutschland kann sich in Zusammensetzung und Anreicherung unterscheiden.

Quelle: DOI 10.1016/j.jand.2024.06.003

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