Krankheitsbild
Rauchen führt zu einer Abhängigkeit von Nikotin, das sowohl körperliche als auch psychische Faktoren umfasst. Bei der Entwöhnung reagiert der Körper auf das fehlende Nikotin mit Entzugssymptomen, bei der Gewohnheiten und erlernte Verhaltensmuster eine starke Rolle spielen. Die Umstellung betrifft Atmung, Kreislauf und Stoffwechsel und kann von emotionalen Belastungen begleitet sein. Viele erleben die ersten Tage als besonders herausfordernd, doch der Körper beginnt bereits früh mit der Regeneration.
Symptome/Verlauf
Typische Entzugssymptome können kurz nach dem Rauchstopp auftreten und nach einigen Tagen wieder abklingen. Dazu gehören innere Unruhe oder Schlafprobleme. Im Verlauf stabilisiert sich das Befinden, allerdings schwankt die Motivation auf das Rauchen zu verzichten oft. Häufige Beschwerden sind:
- Reizbarkeit und Konzentrationsschwierigkeiten
- Vermehrter Appetit und leichtes Gewichtszunehmen
- Husten durch die beginnende Reinigung der Atemwege
Der Verlauf ist individuell, doch viele erleben innerhalb weniger Wochen eine deutliche Verbesserung ihrer körperlichen Belastbarkeit und ihres allgemeinen Wohlbefindens.
Folgen/Komplikationen
Der Rauchstopp führt langfristig zu einer deutlichen Verringerung des Risikos für Herz-Kreislauf-Probleme, Atemwegserkrankungen und verschiedene Tumorarten. Kurzfristig können jedoch Entzugssymptome belastend sein. Manche Betroffene entwickeln starke Stimmungsschwankungen oder erleben Rückfälle, die zusätzliche Unterstützung notwendig machen. Ohne Begleitung kann die Entwöhnung schwieriger werden, besonders bei ausgeprägter Abhängigkeit.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Abhängigkeit entsteht durch die Wirkung von Nikotin auf das Belohnungssystem. Risikofaktoren sind Stress, soziale Gewohnheiten und langjähriger Konsum. Auch emotionale Belastungen können den Ausstieg erschweren. Menschen, die sehr früh begonnen haben oder viel rauchen, entwickeln häufiger eine starke körperliche Bindung und erleben intensivere Entzugssymptome.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann unterstützende Mittel wie Nikotinersatzprodukte empfehlen und Beratungsangebote vermitteln.
Das kann man selbst tun: Das Erkennen eigener Auslöser, regelmässige Bewegung und feste Rauchstopproutinen erleichtern das Aufhören. Grenzen bestehen, wenn starke Entzugssymptome auftreten, Rückfälle häufig sind oder psychische Belastungen überfordern. Dann ist professionelle Unterstützung sinnvoll.
Quellenangaben:
Mutschler, Arzneimittelwirkungen, Wiss.Verl.-Ges., (2008), Aufl. 9 - N.N., Pschyrembel, Klinisches Wörterbuch, (2004), Aufl. 260 - Arolt, Reimer, Dilling, Basiswissen Psychiatrie und Psychotherpaie, Springer, (2011), 7. Auflage - American Cancer Society, www.cancer.org, (2011), Guide to Quitting Smoking
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.