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Ringelröteln breiten sich aus: Was Schwangere wissen sollten

NAS  |  13.05.2024

In vielen Regionen Deutschlands häufen sich derzeit die Fälle von Ringelrötel-Infektionen. In der Regel verläuft die Krankheit harmlos, häufig sogar symptomfrei. Gefährlich wird es, wenn sich schwangere Frauen anstecken.

Kleinkind, kuschelt sich an den Bauch seiner schwangeren Mutter.
Ringelröteln können für das ungeborene Baby gefährlich werden.
© Anastasiia Stiahailo/iStockphoto

Ringelröteln treten häufig saisonal auf, meist im Frühjahr und Frühsommer. In diesem Jahr ist eine deutliche Welle zu beobachten. „Wir haben derzeit auffällig viele Fälle“, berichtet auch Professor Karl Oliver Kagan, Leiter der Pränatalen Medizin am Universitätsklinikum Tübingen und Experte der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM). Vor allem Kinder im Kindergartenalter infizieren sich derzeit häufiger mit dem hochansteckenden Parvovirus B 19 und erkranken an Ringelröteln. Typische Anzeichen sind Kopfschmerzen, Fieber und ein Hautausschlag, der sich aber erst nach ein bis zwei Wochen entwickelt. Ansteckend sind Infizierte jedoch auch schon, bevor sich erste Symptome zeigen.

Wann Ringelröteln gefährlich werden

Gefährlich wird das Virus vor allem für ungeborene Kinder: Vor allem in der ersten Schwangerschaftshälfte kann eine Ringelrötel-Infektion zu Blutarmut und damit zum Versterben des Fötus führen. „Die Ursache liegt in der Regel nicht in der Infektion selbst, sondern darin, dass als Folge davon die Blutbildung im Knochenmark des Kindes unterdrückt wird“, erklärt Kagan. Die Konsequenz ist eine Blutarmut des Fötus. Diese lässt sich mit einer Doppler-Ultraschalluntersuchung nachweisen, erklärt der Experte: Dabei wird die Fließgeschwindigkeit des Blutes in einer Hirnarterie gemessen und so festgestellt, ob das Kind an Blutarmut leidet. Wird dies frühzeitig erkannt, kann das Ungeborene durch Bluttransfusion über die Nabelschnur vollständig und ohne Folgeschäden geheilt und eine Fehlgeburt verhindert werden. Nur in seltenen Fällen, wenn der Hämoglobinwert sehr stark absinkt, könne es Kagan zufolge zu neurologischen Folgeschäden kommen. Die Wahrscheinlichkeit dafür liegt unter 5 Prozent und kann durch eine engmaschige Ultraschallkontrolle über 10 Wochen noch deutlich reduziert werden.

Kontakt mit infizierter Person:  Was tun?

Wenn eine schwangere Frau Kontakt zu einer infizierten Person hatte, sollte sie zunächst ihren Frauenarzt oder Frauenärztin aufsuchen. Dort wird abgeklärt, ob sie bereits Antikörper gegen das Virus hat, denn mit Ringelröteln kann man sich nur einmal im Leben anstecken. Danach ist man immun. Ist dies nicht der Fall, kann man in den folgenden Tagen kontrollieren, ob es zu einer Infektion gekommen ist und schnell eine Behandlung einleiten.

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