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Rückrufe: Wie gefährlich ist Fipronil in Eiern?

15.08.2017

Millionen von Eiern aus den Niederlanden und Belgien sind mit einer zu hohen Dosis des Insektizids Fipronil belastet. Große Mengen der Eier sind nach Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen exportiert worden. Möglicherweise wurden belastete Eier auch nach Hessen, Bayern und Bremen geliefert. Bei lebensmittelliefernden Tieren wie Hühnern darf Fipronil nicht angewendet werden, da der Verzehr ihrer Eier gesundheitsschädlich sein kann. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Der Verzehr der Eier könne gesundheitsschädlich sein.
Aktuell werden Millionen Hühnereier zurückgerufen, die mit dem Insektizid Fipronil belastet sind.
© Sea Wave - Fotolia

Was ist Fipronil?

Fipronil ist ein Insektizid, das unter anderem gegen Flöhe, Läuse, Zecken, Schaben und Milben eingesetzt wird. Eine Anwendung an lebensmittelliefernden Tieren ist nicht zulässig.

Welche Auswirkungen kann Fipronil auf die Gesundheit haben?

Fipronil kann giftig auf das Nervensystem wirken, wenn es oral oder über die Haut aufgenommen oder inhaliert wird. Das wurde in Tierversuchen mit Ratten, Mäusen, Hunden und Kaninchen bei höheren Konzentrationen festgestellt. Der Stoff ist nicht haut- oder augenreizend und verursacht keine allergischen Hautreaktionen. Nach derzeitigen wissenschaftlichen Erkenntnissen ist das Insektizid nicht krebserregend.

Was passiert, wenn der Grenzwert überschritten wird?

Eine Überschreitung bedeutet nicht zwangsläufig eine konkrete Gesundheitsgefährdung, sondern zeigt nach dem derzeitigen Stand des Wissens an, dass eine gesundheitliche Gefährdung für Verbraucher nach Verzehr dieser belasteten Hühnereier möglich ist.

Gehe ich ein Risiko ein, wenn ich Eier oder Geflügelfleisch mit den vorliegenden erhöhten Fipronilgehalten esse?

Für Erwachsene sind die derzeit gemessenen Werte laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) noch nicht gefährlich. Der für Kinder unbedenkliche Referenzwert werde jedoch in den belasteten Hühnereiern um das 1,6-fache überschritten. Dies gelte allerdings nur für den höchsten Wert, der in Belgien gemessen wurde. Eine Überschreitung bedeute aber nicht zwangsläufig eine konkrete Gesundheitsgefährdung, sondern zeige an, dass ein gesundheitliches Risiko bei Kindern nach Verzehr dieser belasteten Hühnereier möglich ist. In den übrigen Fällen sei eine gesundheitliche Beeinträchtigung praktisch ausgeschlossen.

Wie erkenne ich, ob ich belastete Eier gekauft habe?

In der Europäischen Union ist jedes Ei mit einem Code gekennzeichnet. Dieser setzt sich aus Ziffern und Buchstaben zusammen, die unter anderem für das Land, den Betrieb und das Haltungssystem stehen. Welche Chargen mit Fipronil belastetet sind, können Verbraucher auf der Webseite >www.lebensmittelwarnung.de prüfen. Hier veröffentlicht das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) öffentliche Warnungen mit näheren Informationen für Verbraucher.

BfR/NK

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