Schwindel im Alltag: Ursachen und wann ärztlicher Rat nötig ist

Dr. Karen Zoufal  |  03.02.2026 13:07 Uhr

Schwindel hat viele mögliche Ursachen. Ein HNO-Arzt erklärt, welche Erkrankungen dahinterstecken können und wann ärztliche Abklärung wichtig ist.

Mann fasst sich an die Schläfe und blickt nach unten. Im unteren Bereich ist das Bild verwischt, als hätte sich die Kamera schnell bewegt.
Bei Morbus Menière verursachen Flüssigkeitsschwankungen im Innenohr Schwindel und Hörverlust. Manches ähnelt einer Migräne.
© Lacheev/iStockphoto

4 von 10 Erwachsenen haben mindestens einmal im Leben Schwindel, und manche werden über längere Zeit davon gequält, bis eine Diagnose und Behandlung gefunden wird. HNO-Arzt Dr. Varun Patel von der Penn State Health Universität klärt über häufige Ursachen auf. 

Allgemeiner Schwindel oder Drehschwindel?

Für die Diagnose ist es zunächst einmal wichtig, zwischen allgemeinen Schwindel-Formen und Drehschwindel zu unterscheiden: „Drehschwindel ist ein Gefühl, als würde sich der Raum drehen, und er hat oft mit dem Gleichgewichtssystem im Innenohr zu tun“, erklärt Patel. „Allgemeiner Schwindel hingegen wird häufiger durch Blutdruckprobleme, Nebenwirkungen von Medikamenten oder Herz- und neurologische Erkrankungen als durch das Innenohr verursacht.“ Er zählt verschiedene Anzeichen für allgemeine Schwindel-Formen auf:

Häufige Symptome bei allgemeinen Schwindel-Formen

  • Benommenheit
  • Ohnmacht
  • Gleichgewichtsstörungen
  • das Gefühl, sich an einer Wand festhalten zu müssen, um gehen zu können

Ursachen für Schwindel

Schwindel wird oft durch eine dieser Erkrankungen verursacht:

  • Gutartiger Lagerungsschwindel: Er tritt auf, wenn sich winzige Kalziumkristalle im Innenohr lösen und in die Bogengänge des Gleichgewichtsorgans gelangen.
  • Morbus Menière: Hier verursachen Flüssigkeitsschwankungen im Innenohr Schwindel und Hörverlust. Es gibt dabei Überschneidungen mit Migräne, denn beide Erkrankungen haben gemeinsame Auslöser. Dazu zählen ein hoher Salz- oder Koffeinkonsum, Stress und Schlafmangel.
  • Vestibularneuritis: Eine Entzündung des Innenohrnervs, die zu starkem Schwindel führt. Er kann Tage bis Wochen anhalten und wird oft durch ein Virus verursacht. 

Möglichkeiten, um den Schwindel zu stoppen

Die meisten Schwindelformen sind behandelbar, manchmal geht das sogar überraschend schnell.

  • gutartiger Lagerungsschwindel: Hier wenden Ärzte und Physiotherapeuten bestimmte Manöver an, um die losen Kristalle im Innenohr wie eine Murmel durch die Bogengänge des Gleichgewichtsorgans zurück an ihren Platz zu bringen. Dafür führt ein Therapeut Ihren Kopf durch bestimmte Positionen und nutzt die Schwerkraft, um die Kristalle wieder dorthin zu befördern, wo sie hingehören. Diese Behandlung hat eine Erfolgsquote von fast 90 %.
  • Morbus Menière: Hier beginnt die Behandlung oft mit einer Umstellung des Lebensstils, insbesondere mit einer salz- und koffeinarmen Ernährung, um den Flüssigkeitsdruck zu regulieren. Bei Bedarf werden auch Medikamente eingesetzt.
  • Vestibularneuritis: Sobald die akuten Symptome abklingen, erholt sich der Körper in der Regel von selbst. Die Beschwerden können bis dahin durch Medikamente gegen Übelkeit und Schwindel gelindert werden. Um Patienten mit anhaltenden Gleichgewichtsstörungen zu helfen, kann auch vestibuläre Physiotherapie eingesetzt werden.
  • In seltenen, komplexen Fällen kann eine Operation Abhilfe schaffen. 

Wann zum Arzt?

Oft verschwindet der Schwindel von allein. Doch es gibt Warnzeichen, bei denen Sie mit Schwindel lieber zügig ärztliche Hilfe suchen sollten: 

  • neu auftretender, plötzlicher Hörverlust
  • starke Kopfschmerzen
  • Taubheitsgefühl oder Schwäche in Armen oder Beinen
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