Schlafen bei Rosa Rauschen? So beeinflusst Pink Noise den Schlaf

Dr. Karen Zoufal  |  03.02.2026 11:58 Uhr

Pink Noise soll den Schlaf verbessern. Eine Studie deutet jedoch darauf hin, dass eher das Gegenteil der Fall ist. Helfen Ohrstöpsel?

Ein Mann schläft in einem Bett.
Mancher sucht Unterstützung für den Schlaf – und lässt das Smartphone Hintergrundgeräusche – rosa Rauschen – abspielen. Das scheint keine gute Idee zu sein.
© Drazen Zigic/iStockphoto

Rosa Rauschen (engl.: Pink Noise) sind Klänge und Hintergrundgeräusche, die zur Entspannung und zur Verbesserung des Tiefschlafs angewendet werden. Was wie ein gleichmäßiger Regenfall oder das Rauschen von Blättern klingt, bewirkt tatsächlich aber oft das Gegenteil, berichten Forschende in dem Fachmagazin „Sleep“. Die bessere Wahl sind Ohrstöpsel.

Studie im Schlaflabor: So wurde der Einfluss von Geräuschen untersucht

Geräte und Apps, die rosa Rauschen erzeugen, werden oft als Einschlafhilfe vermarktet. Doch der wissenschaftlichen Überprüfung zufolge halten sie das Versprechen nicht: 25 gesunde Erwachsene schliefen im Schlaflabor an sieben aufeinanderfolgenden Nächten unter verschiedenen Bedingungen, darunter Fluglärm, rosa Rauschen, Fluglärm in Kombination mit rosa Rauschen und mit Ohrstöpseln. So fand das Forschungsteam heraus:

Fluglärm geht mit weniger Tiefschlaf einher

In Nächten mit Fluglärm verbrachten die Teilnehmenden im Vergleich zu ruhigen Nächten rund 23 Minuten weniger im Tiefschlaf (Schlafphase N3). Der Tiefschlaf ist die tiefste Schlafphase und besonders wichtig für die körperliche Erholung. Ohrenstöpsel konnten diesen Rückgang des Tiefschlafs weitgehend verhindern.

Rosa Rauschen mit weniger REM-Schlaf verbunden

Ein gleichmäßiges Hintergrundgeräusch  – das „Pink Noise“ – mit einer Lautstärke von 50 Dezibel, entsprechend mäßigem Regen, war dagegen mit knapp 19 Minuten weniger REM-Schlaf verbunden. Der REM-Schlaf spielt unter anderem eine wichtige Rolle für Gedächtnis, Lernen und die Verarbeitung von Emotionen.

Kombinierter Lärm – mehr Wachzeit

Wurden Fluglärm und Pink Noise kombiniert, waren sowohl der Tiefschlaf als auch der REM-Schlaf deutlich kürzer als in Nächten ohne Lärm. Zusätzlich verbrachten die Teilnehmenden etwa 15 Minuten mehr Zeit wach. Dieser Anstieg der Wachzeit zeigte sich weder bei Fluglärm allein noch bei Pink Noise allein.

Schlafqualität subjektiv schlechter – Ohrenstöpsel helfen

Auch subjektiv wirkte sich der Lärm aus: Die Teilnehmenden berichteten, dass sich ihr Schlaf leichter anfühlte, sie häufiger aufwachten und ihre Schlafqualität insgesamt schlechter war als in ruhigen Nächten. Mit Ohrenstöpseln traten diese Beeinträchtigungen deutlich seltener auf.

Experte warnt besonders mit Blick auf Kinder

Dr. Mathias Basner, Professor für Schlaf und Chronobiologie, warnte in einer Mitteilung zur Veröffentlichung: „REM-Schlaf ist wichtig für die Gedächtniskonsolidierung, die Emotionsregulation und die Gehirnentwicklung. Unsere Ergebnisse legen nahe, dass das Abspielen von rosa Rauschen und anderer Arten von Breitbandrauschen während des Schlafs schädlich sein kann – insbesondere für Kinder, deren Gehirne sich noch entwickeln und die deutlich mehr Zeit im REM-Schlaf verbringen als Erwachsene.“ 

Quelle: DOI 10.1093/sleep/zsag001 

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