Krankheitsbild
Stottern zeigt sich durch Unterbrechungen im Sprechfluss, die unkontrollierbar auftreten. Es kann in verschiedenen Situationen unterschiedlich stark sein und wird meist von Anspannung und dem Versuch begleitet, die Sprechblockaden zu überwinden. Häufig verstärken Druck und Stress die Probleme. Es ist keine Frage von mangelnder Intelligenz oder fehlender Sprachbegabung.
Symptome/Verlauf
Typisch sind bestimmte Formen von Sprechunterbrechungen. Hierzu zählen:
- Wiederholungen einzelner Laute oder Silben
- Dehnungen von Lauten
- Sprechblockaden, bei denen kein Laut herauskommt
Viele Betroffene zeigen ausserdem Begleitbewegungen wie Blinzeln oder Verkrampfungen. Der Verlauf ist unterschiedlich. Bei Kindern tritt das Stottern oft nur vorübergehend auf, während es bei manchen bis ins Erwachsenenalter bestehen bleibt.
Folgen/Komplikationen
Stottern führt in vielen Fällen bei den Betroffenen zu Scham, sozialem Rückzug oder Vermeidung bestimmter Situationen. Manche entwickeln grosse Angst vor dem Sprechen vor Gruppen oder in beruflichen Kontexten. Wird das Sprechen zunehmend vermieden, kann dies die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Ohne Unterstützung verstärkt sich oft die Belastung durch negative Erfahrungen und Selbstzweifel.
Ursachen/Risikofaktoren
Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich spielen mehrere Faktoren zusammen wie genetische Einflüsse, Besonderheiten in der Verarbeitung von Sprache im Gehirn sowie seelische Belastungen. Häufig tritt Stottern in Familien gehäuft auf. Auch ein schneller Sprachentwicklungsdruck oder belastende Lebenssituationen können das Risiko erhöhen oder das Stottern verstärken.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er klärt, meist in Zusammenarbeit mit einem Sprachtherapeuten, Die Diagnose ab. So lässt sich herausfinden, wie ausgeprägt das Stottern auftritt und ob eine gezielte Behandlung nötig ist. Zu den wichtigen Ansätze zählen dabei Atem- und Sprechtherapie sowie Verfahren, die das Sprechtempo und die Spannung regulieren. Medikamente spielen kaum eine Rolle und kommen nur in besonderen Fällen zum Einsatz.
Das kann man selbst tun: Ruhiges Sprechen, geduldige Gesprächspartner und Vermeiden von zusätzlichem Druck helfen den Betroffenen. Grenzen liegen dort, wo das Stottern stark belastet oder den Alltag einschränkt. Dann ist professionelle Unterstützung notwendig.Quellenangabe:
Arolt, Reimer, Dilling, Basiswissen Psychiatrie und Psychotherpaie, Springer, (2011), 7. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.