Krankheitsbild
Das Tourette Syndrom beginnt häufig im Kindesalter und zeigt sich durch motorische und vokale Tics. Motorische Tics betreffen Bewegungen wie Blinzeln oder Kopfrucken. Vokale Tics äussern sich durch Laute oder Worte. Die Stärke der Tics kann schwanken und wird oft durch Stress oder Aufregung verstärkt. Die Erkrankung ist nicht gefährlich, kann aber den Alltag belasten. Viele Betroffene erleben Phasen mit mehr oder weniger ausgeprägten Symptomen.
Symptome/Verlauf
Tics treten plötzlich auf und wiederholen sich. Typisch sind:
- Blinzeln Grimassieren oder Schulterzucken
- Räuspern Schniefen oder kurze Laute
- komplexere Bewegungsabläufe
- impulsartige Äusserungen
Der Verlauf ist meist schwankend. In der Pubertät können die Tics stärker werden, später aber wieder nachlassen. Manche Menschen behalten nur leichte Symptome, andere haben dauerhaft ausgeprägtere Tics.
Folgen/Komplikationen
Starke Tics können zu Schmerzen, etwa in Muskeln oder Gelenken, führen. Auch psychische Belastungen sind möglich, etwa Scham oder sozialer Rückzug. Manche Betroffene entwickeln zusätzlich Konzentrationsschwierigkeiten oder andere Begleiterkrankungen. Die Erkrankung selbst schädigt den Körper jedoch nicht dauerhaft.
Ursachen/Risikofaktoren
Die genauen Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Vermutet wird ein Zusammenspiel aus genetischen Faktoren und Veränderungen in bestimmten Bereichen des Gehirns. Häufig tritt das Tourette Syndrom familiär gehäuft auf. Stress und emotionale Belastungen können die Symptome verstärken, sind aber nicht die Ursache.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er kann mit Gesprächen und Untersuchungen helfen, andere Ursachen auszuschliessen und den Schweregrad einzuschätzen. Bei ausgeprägten Beschwerden kommen vor allem bestimmte Wirkstoffgruppen zum Einsatz, die die Tics abschwächen können.
Das kann man selbst tun: Indem man Stress reduziert und Entspannungstechniken nutzt, lassen sich Ausmass und Auftreten der Tics oft reduzieren. Grenzen bestehen dort, wo Tics den Alltag stark beeinträchtigen oder Schmerzen verursachen. Dann sollte unbedingt ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden.
Quellenangaben:
Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Gehlen, Delank, Neurologie, (2010), 12. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.