Stress: Warum eine Apothekerin Mikronährstoffe empfiehlt

Peter Erik Felzer  |  23.04.2026 13:13 Uhr

Mikronährstoffe wie Vitamin B-12 bei Stress? Warum das sinnvoll sein kann und was zu beachten ist, erklärt eine Apothekerin.

Ein Apotheker berät eine Kundin zu einem Präparat.
Bei Stress können Mikronährstoffe wie B-Vitamine eine gute Idee sein. Allerdings können sie mit Medikamenten wechselwirken.
© Drazen Zigic/iStockphoto

Immer mehr Menschen in Deutschland fühlen sich gestresst. Eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen kann die damit verbundenen Symptome lindern, so Lena Ungvári, Apothekerin in der Aesculap-Apotheke in Altenburg, auf einer Pressekonferenz in Frankfurt am Main.

Hohe Ansprüche und Verpflichtungen als Stress-Quellen

Laut eines aktuellen Reports der Techniker Krankenkasse fühlen sich zwei von drei Menschen in Deutschland häufig oder manchmal gestresst. „Dabei ist der Anteil seit 2013 um neun Prozent gestiegen“, betonte Apothekerin Ungvári den aktuellen Trend. Besonders betroffen: Die Altersgruppe der 18- bis 39-Jährigen. Vor allem hohe Ansprüche an sich selbst sowie Verpflichtungen durch Schule, Studium und Beruf führen die Betroffenen als Ursache an. Das führt zu Symptomen wie Muskelverspannungen, Erschöpfung, Schlafproblemen und Gereiztheit. 

Eine Frage der Ernährung

„An erster Stelle frage ich Kundinnen und Kunden nach ihrer Ernährung“, erklärte Ungvári. Vier von fünf Stressgeplagten sagen, dass sie gesund essen würden. „Das stimmt aus deren Sicht auch. Aber wenn ich nachhake, merke ich schnell, dass das leider nicht stimmt.“ Oft kommt zum Beispiel zu wenig Obst und Gemüse auf den Teller. Oder es wird sich einseitig ernährt, etwa vegetarisch oder vegan. „Dann kann ein Mangel an Nährstoffen vorliegen, die der Körper zur Stressbewältigung benötigt“, weiß die Apothekerin.

Dauerhafter Stress – höherer Coritol-Spiegel, höherer Bedarf

Dauerhafter Stress erhöht in vielen Fällen den Cortisol-Spiegel. Über zwei Wege erhöht dies den Bedarf an Mikronährstoffen: Zum einen steigt der Energieumsatz des Körpers, zum anderen erhöht sich der Nervenstoffwechsel. Für letzteren spielen die B-Vitamine eine wichtige Rolle, weiß Ungvári. „Vor allem Vitamin B12 gilt als „Nervennahrung“ und ist an einer normalen Nervenfunktion, am Nervenwachstum und der Regeneration abgespannter Nerven beteiligt.“ 

B-Vitamine im Mittelpunkt

„Neben einer ausgewogenen Ernährung gebe ich Tipps, wie sich Stress abbauen lässt.“ Hierzu zählt etwa regelmäßige Bewegung, aber auch Entspannungstechniken. Zudem empfiehlt die Apothekerin bei Bedarf geeignete Präparate, die den Körper mit wichtigen Mikronährstoffen. Diese enthalten idealerweise neben B-Vitaminen unter anderem auch Vitamin C und Magnesium. 

Vorsicht: Mikronährstoffe und Medikamente können wechselwirken

Ungvári rät, sich diese Präparate in der Apotheke vor Ort und nicht wahllos im Internet zu besorgen. Zwischen den darin enthaltenen Mikronährstoffen und Medikamenten kann es zu unerwünschten Wechselwirkungen oder zu Überdosierungen kommen. Die Apothekerin nannte als Beispiel Jod, das in manchen Produkten enthalten ist. Dieses kann die Therapie von Schilddrüsenerkrankungen beeinflussen. Hier bieten sich Präparate, die entweder kein Jod oder dieses in einer separaten Tablette beinhalten. Letztere könnten Schilddrüsenpatienten dann einfach weglassen, um mögliche Wechselwirkungen zu vermeiden.   

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