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Selbsttest-Projekt zu sexuell übertragbaren Krankheiten

19.07.2018

Ab sofort können sich Bürger selbst auf sexuell übertragbare Krankheiten wie HIV oder Syphilis testen. Wie die Münchner Aidshilfe mitteilte, läuft in Bayern seit Kurzem ein Pilotprojekt für ein sogenanntes Heimtestsystem namens S.A.M. (von englisch Sampling = Probenentnahme).

Mit einem Selbsttest lässt sich schnell klären, ob eine sexuell übertragbare Erkrankung vorliegen könnte.
© George Dolgikh - Fotolia.com

Interessierte Bürger mit Postadresse in Deutschland und deutscher Telefonnummer können sich online für das Projekt anmelden. Nach einem Erstgespräch, das in Bayern stattfinden muss, können sie sich aussuchen, ob sie entweder alle drei, alle sechs oder alle zwölf Monate ein Paket mit Selbsttests auf HIV, Syphilis, Chlamydien und Gonokokken per Post zugesendet bekommen wollen. Die enthaltenen Tests führen die Teilnehmer selbst zuhause durch und schicken dann Blut- und Urinprobe sowie einen per Wattestäbchen entnommenen Abstrich in ein spezielles Labor. Nach kurzer Zeit erhalten sie per SMS entweder eine Entwarnung oder die Bitte um Rückruf.

Die Aidshilfe will mit dem Projekt vor allem Menschen erreichen, die sich zum Beispiel aus Scham nicht beim Arzt oder Gesundheitsamt testen lassen wollen sowie Menschen in ländlichen Regionen, in denen es nur wenige Testangebote gibt. „Indem wir die Hemmschwelle senken, ermöglichen wir Menschen einen Test, die sonst keinen machen würden“, erklärt Christopher Knoll von der Münchner Aidshilfe. Immerhin leben in Deutschland derzeit rund 13.000 Menschen mit HIV, wissen es aber nicht. Ein Drittel aller HIV-Infektionen wird erst entdeckt, wenn die Patienten bereits an Aids und anderen Immundefekten erkrankt sind.

„Frühe Diagnosen zu fördern, ist heute so wichtig wie nie“, sagt auch Armin Schafberger von der Deutschen Aidshilfe. Wer bei einer HIV-Infektion rechtzeitig behandelt werde, habe heutzutage schließlich eine fast normale Lebenserwartung. Auch andere sexuell übertragbare Geschlechtskrankheiten seien gut behandelbar, so Schafberger. Ohne Behandlung allerdings drohten schwere Gesundheitsschäden.

Weitergehende Informationen auf der Website des Projekts S.A.M Mein Heimtest

ap/PZ/RF.

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