Trachom

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  20.03.2026 00:00 Uhr

Ein Trachom ist eine hoch ansteckende, bakterielle Augeninfektion, die durch bestimmte Varianten des Bakteriums Chlamydia trachomatis verursacht wird. Sie betrifft vor allem die Bindehaut des Auges und kann unbehandelt zu schweren Augenschäden bis hin zur Erblindung führen.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Das Trachom ist eine hoch ansteckende Infektion der Bindehaut des Auges. Sie wird durch bestimmte Varianten des Bakteriums Chlamydia trachomatis verursacht und kann zu schweren Augenschäden bis hin zur Erblindung führen. In der Regel betrifft die Erkrankung beide Augen. Weltweit ist das Trachom die häufigste infektiöse Ursache für Erblindung. Die Erkrankung tritt nahezu ausschliesslich in tropischen und subtropischen Ländern auf, vor allem in Regionen mit schlechten hygienischen Bedingungen.

Symptome / Verlauf

Ein Trachom beginnt wie eine unspezifische Bindehautentzündung. Meist sind beide Augen betroffen. Die Augenlider sind geschwollen und die Augen können gerötet sein, tränen, jucken und brennen. Ausserdem kommt es zu kleinen, körnerartigen Veränderungen, sogenannten Follikeln, an der Bindehautoberfläche. Die weisslich gefüllten Bläschen, die typisch für die Erkrankung sind, enthalten vor allem B-Lymphozyten. Im weiteren Verlauf platzen die Bläschen und aus den geplatzten Follikeln entstehen Narben.
Diese Vernarbungen können sich im fortgeschrittenen Stadium zusammenziehen. Dadurch drehen sich die Lider nach innen, sodass die Wimpern ständig über die Augenoberfläche reiben. Dies führt zu Verletzungen der Hornhaut und Geschwüren, die mit weiterer Narbenbildung einhergehen. Die Hornhaut kann sich eintrüben. Unbehandelt kann dieser Prozess schliesslich zu einer dauerhaften Sehbehinderung oder Erblindung führen. Von aussen wirkt erscheint die Hornhaut porzellanweiss.

Folgen / Komplikationen

Die durch ein Trachom verursachte Erblindung ist in der Regel nicht rückgängig zu machen. Betroffene verlieren häufig ihre Selbstständigkeit und sind im Alltag stark eingeschränkt. Die Erkrankung hat nicht nur gesundheitliche, sondern auch erhebliche soziale und wirtschaftliche Folgen, insbesondere in ohnehin benachteiligten Bevölkerungsgruppen.

Ursachen / Risikofaktoren

Ein Trachom wird durch direkten Kontakt mit infektiösem Augen- oder Nasensekret übertragen, etwa über Hände, Kleidung, Handtücher oder geteilte Kosmetika. Auch bestimmte Fliegenarten können die Erreger weiterverbreiten. Begünstigende Faktoren sind mangelnde Hygiene, beengte Wohnverhältnisse, fehlender Zugang zu sauberem Wasser sowie unzureichende sanitäre Einrichtungen. In solchen Umgebungen kommt es häufig zu wiederholten Infektionen, die den Krankheitsverlauf verschlechtern. Kinder unter zehn Jahren sind am häufigsten von einer Infektion betroffen. Dass ältere Kinder und Erwachsene seltener erkranken, hängt vermutlich mit einem stärkeren Immunsystem und besserer persönlicher Hygiene zusammen.

Das kann helfen

Das macht der Arzt: Zu Beginn lässt sich ein Trachom gut mit Antibiotika behandeln und es bleiben meist keine Schäden. In fortgeschrittenen Stadien, wenn das Narbenstadium erreicht ist und sich die Augenlider nach innen gedreht haben, kann nur ein chirurgischer Eingriff weitere Schäden an der Hornhaut verhindern.
Das kann man selbst tun: Für Menschen, die in Deutschland leben, besteht im Alltag kein relevantes Risiko. Bei Reisen oder längeren Aufenthalten in betroffenen Regionen können jedoch einfache Vorsichtsmassnahmen das Infektionsrisiko senken. Dazu gehören eine sorgfältige Gesichts- und Händehygiene, insbesondere bei Kindern, sowie das Vermeiden des gemeinsamen Gebrauchs von Handtüchern oder Waschlappen. Wer nach einem Aufenthalt in endemischen Regionen an anhaltenden Augenbeschwerden leidet, sollte diese ärztlich abklären lassen.Quellenangabe:
Mehrle, Augenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 8.Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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