Keratomalazie

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  19.03.2026 00:00 Uhr

Keratomalazie ist eine seltene, aber schwere Augenerkrankung, bei der die Hornhaut weich wird und sich auflöst. Sie entsteht meist durch einen ausgeprägten Mangel an Vitamin A. Unbehandelt kann die Erkrankung schnell fortschreiten und zu bleibenden Sehstörungen oder Blindheit führen. Eine rasche medizinische Versorgung ist entscheidend.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Keratomalazie betrifft die Hornhaut des Auges, die normalerweise fest und klar ist. Durch Vitamin-A-Mangel verliert sie an Stabilität, wird trüb und wird immer weicher. Betroffene bemerken oft erst unspezifische Beschwerden bevor sich die Situation rasch verschlechtert. Besonders gefährdet sind Kinder in Regionen mit Mangelernährung, aber auch Erwachsene mit stark eingeschränkter Nährstoffaufnahme. Die Erkrankung gilt als medizinischer Notfall, da sich die Hornhaut innerhalb kurzer Zeit stark schädigen kann.

Symptome/Verlauf

Die Erkrankung beginnt häufig mit trockenen Augen und einer verminderten Tränenproduktion. Später treten Schmerzen, Lichtempfindlichkeit und deutliche Sehverschlechterung auf. Die Hornhaut zeigt weiche trübe Areale und kann einbrechen. Der Verlauf ist oft sehr schnell fortschreitend und kann innerhalb weniger Tage zu schweren Schäden führen. Ohne sofortige Behandlung droht ein dauerhafter Verlust der Sehfähigkeit.

Folgen/Komplikationen

Zu den schwersten Folgen zählen tiefe Hornhautschäden bis hin zum vollständigen Verlust des Hornhautgewebes. Dadurch entstehen Infektionen, die sich rasch ausbreiten können. Es kann zu Narbenbildung und irreversibler Blindheit kommen. Auch Entzündungen im Inneren des Auges sind möglich und können den gesamten Augapfel gefährden. Je länger die Behandlung ausbleibt, desto schlechter sind die Aussichten auf Erhalt der Sehkraft.

Ursachen/Risikofaktoren

Hauptursache ist ein ausgeprägter Vitamin-A-Mangel. Dieser entsteht vor allem durch unzureichende Ernährung oder durch Erkrankungen, die die Aufnahme oder Speicherung von Vitamin A beeinträchtigen. Zu den weiteren Risikofaktoren zählen:

  • Mangelnde Versorgung mit nährstoffreichen Lebensmitteln
  • Verdauungsstörungen wie chronische Darmerkrankungen
  • Leberschäden, die die Speicherung von Vitamin A verhindern

Das kann helfen

Das macht der Arzt: Er verabreicht sofort Vitamin A und behandelt Schäden der Hornhaut mit speziellen Salben oder Schutzverbänden.
Das kann man selbst tun: Wichtig ist es, auf eine ausreichende Ernährung zu achten und das Auge vor Reizung schützen. Grenzen sind erreicht, wenn Schmerzen, starke Trübung, Sehverlust oder Verletzungen auftreten. Dann ist unverzüglich ärztliche Behandlung notwendig, da Selbstmassnahmen nicht ausreichen.Quellenangabe:
Mehrle, Augenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 8.Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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