Nachtblindheit

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  23.12.2025 00:00 Uhr

Nachtblindheit bezeichnet die eingeschränkte Fähigkeit, bei Dunkelheit oder schwachem Licht zu sehen. Tagsüber ist die Sicht meist normal. Medizinisch wird sie als Nyktalopie bezeichnet und ist ein Symptom, keine eigenständige Krankheit. Ursache ist meist eine Störung der lichtempfindlichen Stäbchenzellen in der Netzhaut.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Die Netzhaut enthält zwei Arten von Rezeptoren: Zapfen für das Farbsehen bei Tageslicht und Stäbchen für das Hell-Dunkel-Sehen bei Nacht. Bei Nachtblindheit funktionieren die Stäbchen nicht richtig, was zu schlechter Sicht bei Dämmerung und Dunkelheit führt. Die Betroffenen haben Schwierigkeiten, sich in dunkler Umgebung zu orientieren, sehen verschwommen oder im Extremfall gar nichts. Die Nachtblindheit kann angeboren oder erworben sein. Angeborene Formen sind meist genetisch bedingt und nicht heilbar. Erworbene Formen entstehen durch Erkrankungen oder Mangelzustände und sind teilweise behandelbar.

Symptome/Verlauf

Zu den typischen Beschwerden zählen:

  • verschwommenes Sehen bei Dunkelheit
  • verzögerte Anpassung beim Wechsel von Licht zu Dunkelheit
  • starke Blendempfindlichkeit
  • Schwierigkeiten beim Autofahren in der Nacht und das Sehen von Lichthöfen um Lichtquellen.

Die Symptome können sich je nach Ursache verschlechtern oder konstant bleiben. Bei erblichen Formen schreitet die Erkrankung oft fort und kann zur Erblindung führen.

Folgen/Komplikationen

Nachtblindheit kann die Lebensqualität erheblich einschränken. Betroffene sind im Alltag und besonders beim Autofahren in der Dunkelheit stark beeinträchtigt. Es besteht ein erhöhtes Risiko für Stürze und Unfälle. Bei fortschreitenden Netzhauterkrankungen kann es zu Gesichtsfeldverlust und vollständiger Erblindung kommen.

Ursachen/Risikofaktoren

Zu den häufigsten Ursachen und Risikofaktoren zählen erbliche Netzhauterkrankungen wie Retinitis pigmentosa, Vitamin-A-Mangel, Grauer Star, Diabetes und Glaukom (grüner Star). Auch Kurzsichtigkeit, altersbedingte Veränderungen der Pupille, Magen-Darm-Erkrankungen mit gestörter Nährstoffaufnahme und Schilddrüsenerkrankungen erhöhen das Risiko.

Das kann helfen

Das macht der Augenarzt: Er kann durch spezielle Tests wie Kontrastempfindlichkeitsmessung oder Netzhautuntersuchung die Ursache feststellen. Bei behandelbaren Formen helfen Sehhilfen, Vitamin-A-Präparate oder die Operation eines grauen Stars. Bei erblichen Formen ist meist keine Heilung möglich.
Das kann man selbst tun: Es hilft, auf gute Beleuchtung zu achten, Blendung zu vermeiden und bei Nachtfahrten vorsichtig zu fahren. Grenzen der Selbsthilfe sind erreicht, wenn die Beschwerden zunehmen oder das Sehvermögen stark eingeschränkt ist. Dann sollte unbedingt ein Augenarzt aufgesucht werden.Quellenangabe:
Mehrle, Augenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 8.Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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