Vitamin-A-Mangel

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  31.03.2026 00:00 Uhr

Ein Vitamin-A-Mangel ist ein Zustand, bei dem dem Körper über längere Zeit zu wenig Vitamin A zur Verfügung steht, meist aufgrund einer unzureichenden Zufuhr oder gestörten Aufnahme. Da Vitamin A wichtig für das Sehen, die Zellentwicklung und das Immunsystem ist, kann ein Mangel insbesondere Augen, Haut und die Abwehrkräfte beeinträchtigen.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Ein Vitamin-A-Mangel ist eine Erkrankung, bei der dem Körper über längere Zeit zu wenig Vitamin A zur Verfügung steht. Der Mensch kann Vitamin A aus Lebensmitteln wie Leber, Eiern oder Milchprodukten aufnehmen. Alternativ bildet der Körper selbst Vitamin A aus der Vorstufe Beta-Carotin, das beispielsweise in verschiedenen Gemüse- und Obstsorten steckt.
Vitamin A ist wichtig für das Sehen, die Entwicklung von Zellen und das Immunsystem und spielt auch eine Rolle bei verschiedenen Stoffwechselprozessen, unter anderem der Blutbildung. Fehlt es, können vor allem Augen, Haut und Abwehrkräfte beeinträchtigt werden. Der Mangel entsteht meist durch eine unzureichende Zufuhr über die Nahrung oder durch Störungen bei Aufnahme des Vitamins im Körper. Ein starker Mangel tritt hierzulande selten auf. In Entwicklungsländern, wo teilweise zu wenig Nahrung zur Verfügung steht, besteht ein höheres Risiko.

Symptome/Verlauf

Ein frühes und typisches Anzeichen ist die Nachtblindheit, also eine eingeschränkte Sehfähigkeit bei Dunkelheit. Im weiteren Verlauf trocknen Hornhaut und Bindehaut aus, es können sich Ablagerungen bilden und die Hornhaut kann geschädigt werden. Unbehandelt kann dies bis zur vollständigen Erblindung führen. Zusätzlich treten häufig trockene, schuppige Haut auf und die Schleimhäute im Körper verändern sich und können verhornen. Betroffene sind anfälliger für Infektionen, fühlen sich geschwächt, und bei Kindern kann es zu Wachstumsverzögerungen kommen.

Folgen/Komplikationen

Ein Vitamin-A-Mangel kann schwerwiegende Folgen haben. Dazu gehören bleibende Augenschäden bis hin zur Blindheit. Besonders bei Kindern kann die deutlich erhöhte Infektanfälligkeit lebensbedrohlich sein. Auch Entwicklungsstörungen und Komplikationen bei Infektionskrankheiten wie Masern können auftreten. In Ländern mit hoher Ernährungsunsicherheit sind vor allem Kinder gefährdet, an den Folgen eines Vitamin-A-Mangels zu erblinden oder zu sterben.

Ursachen/Risikofaktoren

Häufige Ursachen sind eine langfristig vitaminarme Ernährung oder eine einseitige Kost. Häufig tritt Vitamin-A-Mangel in Regionen auf, in denen Mangelernährung herrscht und in denen Beta-Carotin-freier Reis als Grundnahrungsmittel dient.
Daneben können Erkrankungen, die die Fettverdauung und -aufnahme stören (z. B. Darmerkrankungen, Leber- oder Bauchspeicheldrüsenerkrankungen), zu einem Mangel führen. Auch ein erhöhter Bedarf oder Verlust, etwa bei schweren Erkrankungen oder Alkoholmissbrauch, spielt eine Rolle.

Das kann helfen

Das macht der Arzt: Ein Vitamin-A-Mangel lässt sich in der Regel gut behandeln. Zur Behandlung wird Vitamin A in höherer Dosierung verabreicht, wodurch sich die Symptome meist rasch bessern. Wichtig ist ausserdem, die zugrunde liegende Ursache zu klären und mögliche Erkrankungen zu behandeln.
Das kann man selbst tun: Betroffene können selbst darauf achten, regelmässig Vitamin-A-reiche Lebensmittel zu essen, beispielsweise bestimmte tierische Produkte wie Eier, Milchprodukte, Käse oder Leber in Massen. Auch Gemüse und Obst trägt durch das enthaltene Beta-Carotin zur Versorgung bei. Da es sich um einen natürlichen Farbstoff handelt, steckt es besonders in intensiv gefärbten Sorten wie Karotten, Süsskartoffeln, Kürbis, rote Paprika, Grünkohl, Spinat, Feldsalat sowie Honigmelone, Aprikosen und Mango. Eine ausgewogene Ernährung hilft, einem Mangel vorzubeugen.

Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Mehrle, Augenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 8.Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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