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Tripper in Europa auf dem Vormarsch

02.06.2016

Die Zahl der Menschen, die an Gonorrhö, auch bekannt als Tripper, erkranken, nimmt europaweit zu. Dies berichten Experten des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) in Stockholm, Schweden und äußern ihre Sorge, dass Resistenzen gegenüber Medikamenten die Behandlung zunehmend erschweren könnten.

Kondome schützen vor sexuell übertragbaren Krankheiten wie Gonorrhö, Syphilis oder AIDS.
Eine Tripper-Infektion bedeutet für Frauen ein besonderes Risiko für Komplikationen an den Geschlechtsorganen.
© auremar - Fotolia

Seit 2008 habe sich die Zahl der nachgewiesenen Gonorrhö-Infektionen in Europa mehr als verdoppelt und sei von 8 pro 100.000 auf 20 pro 100.000 Personen im Jahr 2014 geklettert, berichten die Experten des ECDC. Mit 60 pro 100.000 führt Großbritannien die Liste an, gefolgt von Irland, Dänemark und Lettland. Insgesamt waren 2014 mehr als 66.000 Gonorrhö-Fälle festgestellt worden. Fast die Hälfte der Betroffenen waren homosexuelle Männer, etwas mehr als die Hälfte waren heterosexuelle Männer und Frauen. Am häufigsten wird Tripper den Zahlen des ECDC zufolge bei jungen Erwachsenen zwischen 15 und 24 Jahren diagnostiziert, die mit 38 Prozent mehr als ein Drittel aller Erkrankungsfälle ausmachen. Ähnlich viele fallen in die Altersgruppe zwischen 25 und 34 Jahren.

Im Jahr 2014 seien erstmals mehr Frauen als heterosexuelle Männer an Tripper erkrankt, so die Experten. Dies sei insofern besorgniserregend, weil die Krankheit das Risiko für Komplikationen an den Geschlechtsorganen erhöht, wie etwa entzündliche Erkrankungen von Eileiter, Eierstöcken oder Gebärmutterhals, bis hin zur Unfruchtbarkeit, sowie eine möglich Übertragung von Mutter zu Kind.

Derzeit werde die Geschlechtskrankheit mit einer Kombination von zwei Antibiotika behandelt – Azithromycin und Cefixim oder Ceftriaxon, zwei Cephalosporine der 3. Generation. Immer mehr Erreger scheinen allerdings gegen Azithromycin resistent zu sein, schreiben die Experten. Sollten auch bei den Cephalosporinen Resistenzen zunehmen, könnte dies die Effektivität der Therapie bedrohen, so ihrer Befürchtung. Nach wie vor ist die Benutzung von Kondomen beim Sex eines der wichtigsten Mittel, sich nicht nur vor Gonorrhö zu schützen, sondern auch vor anderen Krankheiten, die sexuell übertragen werden, z.B. Syphilis, Feigwarzen oder AIDS.

HH

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