Ungarn: vom Campingplatz bis zum luxuriösen Wellness-Hotel

Ungarn gilt als Land der 1000 Thermalquellen. Zahlreiche Bäder laden zur Kur oder zum Wellness-Urlaub ein. Von der Hauptstadt Budapest bis zum berühmten Badeort Hévíz.

Thermalsee in der westungarischen Kleinstadt Hévíz.
Besonders sehenswert: der Thermalsee in der westungarischen Kleinstadt Hévíz.
© Ungarisches Tourismusamt

"Es gibt keine Stadt, die angemessener wäre als Budapest. Die Natur beschenkte sie mit einem fantastischen Reichtum an ausgezeichnetem Thermalwasser und natürlicher Schönheit, die ihresgleichen sucht", schwärmten 1937 die Teilnehmer eines Kongress, der die Donaumetropole zum Sitz der Internationalen Gesellschaft für Balneologie ernannte.

Von den Römern bis zu den Osmanen

Aus über 1.000 heißen Quellen sprudelt Ungarns wichtigster Bodenschatz: Thermalwasser. Viele Quellen besitzen eine gesundheitsfördernde Wirkung, so dass überall in Ungarn Heilbäder zu entspannenden Kuren und erholsamem Gesundheitsurlaub einladen. Wie so oft legten die Römer in der Antike den Grundstein. Überreste ihrer Badeanlagen lassen sich noch in Óbuda, heute ein nördlicher Vorort von Budapest, bewundern.

In der osmanischen Zeit belebten die Türken die Badekultur wieder. Durch die Fortschritte in der Tiefbohrung und Heilkunde gab es im 19. Jahrhundert einen neuen Aufschwung. Die großen Heilbäder in Budapest wie Gellért, Lukács, die Margareteninsel und Széchényi zeugen davon.

Europas größter Thermalwassersee

Einmalig: eine Kur in Europas größtem Thermalwassersee im westungarischen Hévíz. Selbst im Winter sinkt die Wassertemperatur nicht unter 25 Grad Celsius. In vielen ungarischen Spas kommt der Schlamm aus dem See von Hévíz zum Einsatz. Dieser Naturschatz besteht aus zersetzten Wasserpflanzen und Mineralien. Bei der Behandlung wird er direkt auf der Haut in Form von Packungen angewandt. Deren Temperatur beträgt normal 40 Grad Celsius.

Die kombinierte Wirkung aus Wärme und Schlamm entspannt die Muskeln und verbessert den Blutkreislauf. Von den Kurorten Sárvár und Bükfürd"o lassen sich touristische Höhepunkte zwischen Neusiedler See und dem Balaton (Plattensee) auf Tagesausflügen gut erreichen. Das bereits erwähnte Hévíz und der auf strebende Kurort Zalakaros liegen in unmittelbarer Nachbarschaft des Urlaubsparadieses Plattensee. Der Kur- und Badeort Harkány lädt zu einem Ausflug nach Pécs – 2010 europäische Kulturhauptstadt – oder ins Weingebiet bei Villány ein.

Höhlenbad und weißer Schneeberg

Östlich der Donau versprechen Kurorte wie Gyula mit seiner mittelalterlichen Ziegelburg oder Hajdúszoboszló mit Europas größter Badelandschaft nicht nur für Kurgäste Entspannung. Das Höhlenbad von Miskolc-Tapolca und der "weiße Schneeberg" von Egerszalók überzeugen durch die beeindruckende Naturkulisse. Dazu passen vielseitige Übernachtungsangebote vom anspruchsvollen Campingplatz bis zum luxuriösen Fünf-Sterne-Wellness-Hotel.

Peter Erik Felzer

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