Wie Väter in den ersten Lebensmonaten mit ihrem Baby umgehen, kann mit der späteren Gesundheit des Kindes zusammenhängen. Darauf weist die Penn State University hin. In einer Studie untersuchten Forschende, ob frühe Vater-Kind-Interaktionen mit gesundheitlichen Risiken im Schulalter verbunden sind – und fanden Hinweise auf Effekte bis ins Grundschulalter.
Videoaufnahmen und Blutproben analysiert
Dafür analysierte das Team Videoaufnahmen und Blutproben von mehr als 290 Vater-Mutter-Kind-Gruppen. Bei den 18-minütigen Videoaufnahmen waren die Kinder zehn und 24 Monate alt, Blutproben gaben sie zusätzlich im Alter von sieben Jahren ab.
Wärme und Unterstützung im frühen Familienalltag
Das Forschungsteam fand heraus: Väter, die ihrem zehn Monate alten Kind warmherzig und entwicklungsfördernd begegneten, hatten später ein positiveres Zusammenspiel mit der Mutter. Dieses sogenannte Co-Parenting wurde beobachtet, als die Kinder zwei Jahre alt waren. In Familien mit diesem Muster zeigten die Kinder im Alter von sieben Jahren günstigere Blutwerte, die als Marker für Herz- und Stoffwechselgesundheit gelten.
Familiendynamik und langfristige Gesundheit
Die Auswertung der Videobeobachtungen ergab: Väter, die im ersten Lebensjahr weniger feinfühlig mit ihrem Kind umgingen, zogen sich häufiger aus gemeinsamen Spielsituationen zurück oder zeigten Konkurrenzverhalten bei dem dann zweijährigen Kind. Diese Muster standen im Grundschulalter mit ungünstigeren Werten einzelner Gesundheitsmarker für Blutzucker und Entzündungsprozessen in Zusammenhang.
„Es wird niemanden überraschen, dass Kinder angemessen und mit Wärme zu behandeln, gut für sie ist“, erklärte Hannah Schreier von der Penn State University in der Mitteilung. Überraschend sei jedoch, dass „das Verhalten des Vaters noch bevor das Kind alt genug ist, um permanente Erinnerungen zu bilden, die Gesundheit des Kindes beeinflussen kann“.
Zusammenhänge nicht für Mütter gefunden
Für das Verhalten der Mütter hatten sie solche Zusammenhänge nicht gefunden. Dabei betonen die Forschenden ausdrücklich, dass dies nicht bedeutet, Mütter seien weniger wichtig. Vielmehr zeige die Untersuchung, dass auch Väter das familiäre Umfeld entscheidend mitgestalten. Allerdings kann diese Studie nur Hinweise auf Zusammenhänge liefern, keine Belege für Ursache-Wirkung.
Quelle: DOI 10.1037/hea0001567