Krankheitsbild
Bei einer Verrenkung rutscht ein Knochen aus dem Gelenk heraus. Am häufigsten betroffen sind Schulter, Ellenbogen, Finger und Knie. In vielen Fällen werden auch Bänder, Kapseln oder Nerven in Mitleidenschaft gezogen. Eine Verrenkung ist in der Regel ein akutes Geschehen und erfordert eine ärztliche Abklärung.
Symptome/Verlauf
Eine Verrenkung macht sich meist sofort bemerkbar. Die Beschwerden sind deutlich und verschlimmern sich bei Bewegung. Typische Anzeichen sind:
- Starke Schmerzen im betroffenen Gelenk
- Sichtbare Fehlstellung oder unnatürliche Gelenkform
- Eingeschränkte oder aufgehobene Beweglichkeit
- Schwellung und Bluterguss
- Gefühlsstörungen durch Nervenreizung
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt kann eine Verrenkung zu bleibender Instabilität des Gelenks führen. Wiederholte Verrenkungen sind möglich. Zudem können Knorpelschäden, Durchblutungsstörungen oder Nervenschäden auftreten. Längerfristig steigt das Risiko für Arthrose und chronische Schmerzen.
Ursachen/Risikofaktoren
Meist entsteht eine Verrenkung durch äussere Gewalt, etwa bei Stürzen, Sportverletzungen oder Unfällen. Auch angeborene Bindegewebsschwächen, frühere Gelenkverletzungen oder sehr bewegliche Gelenke erhöhen das Risiko. In seltenen Fällen können auch Erkrankungen oder Krampfanfälle eine Verrenkung auslösen.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er richtet das Gelenk fachgerecht ein und prüft mögliche Begleitverletzungen, meist per bildgebenden Verfahren. Zur Behandlung kommen schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente zum Einsatz sowie Ruhigstellung und später gezielte Bewegungstherapie.
Das kann man selbst tun: Das betroffene Gelenk schonen, kühlen und ruhigstellen. Das Gelenk sollte jedoch niemals eigenständig eingerenkt werden. Bei starken Schmerzen, sichtbarer Fehlstellung oder Taubheitsgefühlen ist professionelle Hilfe zwingend erforderlich.
Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Andreae, von Hayek, Weniger, Krankheitslehre für Altenpflege, Thieme, (2006) - Wülker, Orthopädie und Unfallchirurgie, Thieme, (2009), 2. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.