Bänderriss

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  07.04.2026 00:00 Uhr

Ein Bänderriss ist eine Verletzung, bei der eines oder mehrere Bänder an einem Gelenk stark überdehnt und vollständig oder teilweise eingerissen sind. Am häufigsten tritt dies am Sprunggelenk auf, kann aber auch Knie, Finger- oder andere Gelenke betreffen.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Ein Bänderriss entsteht meist durch eine plötzliche Verdrehung oder ein Umknicken des Gelenks. Dabei reissen die stabilisierenden Bänder ein und verlieren ihre Funktion. Typisch ist ein plötzlich einschiessender Schmerz gefolgt von raschem Anschwellen. Die Beweglichkeit ist eingeschränkt und das Gelenk fühlt sich instabil an. Häufig kommt es zu Blutergüssen, die sich über mehrere Tage noch ausbreiten können.

Symptome/Verlauf

Viele Betroffene bemerken sofort, dass etwas nicht stimmt. Je nach Schweregrad zeigen sich unterschiedliche Verläufe:

  • Plötzlicher Schmerz und starke Schwellung
  • Bluterguss, der sich langsam verfärbt
  • Instabilität im Gelenk, besonders bei Belastung
  • Eingeschränkte Beweglichkeit

Oft bessern sich die Beschwerden in den ersten Tagen etwas, die volle Heilung kann jedoch mehrere Wochen dauern. Unbehandelt kann die Instabilität bestehen bleiben.

Folgen/Komplikationen

Ein nicht auskurierter Bänderriss kann langfristige Probleme verursachen. Dazu gehören wiederkehrendes Umknicken, chronische Instabilität, Schmerzen bei Belastung und frühzeitiger Gelenkverschleiss. Besonders bei Sportlerinnen und Sportlern kann eine unzureichende Stabilität die Leistungsfähigkeit dauerhaft mindern.

Ursachen/Risikofaktoren

Typische Ursachen sind abruptes Stoppen, schneller Richtungswechsel oder unglückliches Aufkommen auf unebenem Boden. Zu den Risikofaktoren zählen eine mangelnde Muskelkraft oder fehlendes Aufwärmen, vVorangegangene Bänderverletzungen und Sportarten mit schnellen Bewegungswechseln. Auch ungeeignetes Schuhwerk sowie Ermüdung erhöhen das Risiko, da bei letzterer die Muskulatur das Gelenk dann weniger stabilisieren kann.

Das kann helfen

Das macht der Arzt: Die Behandlung umfasst meist eine genaue Untersuchung, manchmal auch bildgebende Verfahren, und je nach Schweregrad eine Entlastung oder Schienung. Zudem kommen verschiedene operative Eingriffe infrage. Falls nötig werden Medikamente eingesetzt, die Schmerzen und Entzündungen lindern.
Das kann man selbst tun: Schonung, Kühlung, Kompression und Hochlagerung lindern die Symptome. Grenzen sind erreicht, wenn starke Instabilität besteht, intensive Schmerzen auftreten oder keine Besserung eintritt. Dann ist eine ärztliche Behandlung unbedingt notwendig.

Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Wülker, Orthopädie und Unfallchirurgie, Thieme, (2009), 2. Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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