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Warum ein Hirntumor das Thrombose-Risiko erhöht

20.03.2017

Thrombosen sind eine häufige Komplikation bei Krebserkrankungen. Bei Patienten mit einem bösartigen Hirntumor ist die Gefahr besonders hoch. Wissenschaftler haben jetzt die Ursache für diesen Zusammenhang gefunden und hoffen, durch die neuen Erkenntnisse die Thrombose-Prävention für Krebspatienten zu verbessern.

Thrombosen sind eine häufige Komplikation bei Krebserkrankungen.
Wissenschaftler haben die Ursache für die erhöhte Thromboseneigung bei Krebspatienten gefunden.
© Alexander Raths - Fotolia

Ein spezielles Protein mit dem Namen Podoplanin, das an der Zelloberfläche von bösartigen Tumoren gebildet wird, ist offenbar an der Entstehung von Thrombosen beteiligt. Dies berichten Wissenschaftler unter der Leitung von Julia Riedl und Cihan Ay von der Medizinischen Universität Wien im Fachblatt „Blood“. Für die Studie wurden Gewebeproben aus Gehirntumoren von 213 Patienten mittels eines speziellen Verfahrens eingefärbt, um die mögliche Ausbildung von Podoplanin nachzuweisen. Um die zugrundeliegenden Mechanismen der erhöhten Thromboseneigung zu verstehen, untersuchten die Forscher zusätzlich die Zusammenlagerungen (Aggregationen) der Blutplättchen. Je mehr Blutplättchen-Aggregationen zu finden waren, desto mehr Podoplanin war auch im Gehirngewebe vorhanden. In weiteren Experimenten konnten die Forscher zeigen, dass Podoplanin über eine Aktivierung der Blutplättchen das Risiko einer Thrombose deutlich erhöht. Der gefundene Zusammenhang könnte die Vorbeugemaßnahmen und die Therapie von Thrombosen bei Tumorpatienten deutlich verbessern, so die Hoffnung der Forscher.

Das Risiko von Tumorpatienten für eine Thrombose ist etwa um das vier- bis siebenfache gegenüber Personen ohne Krebserkrankungen erhöht. Bösartige Gehirntumoren gehören zu den Krebserkrankungen mit dem höchsten Thromboserisiko, und auch bei Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs und Lungenkrebs treten Thrombosen häufig auf.

NK

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