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Forscher haben die Evolutionsgeschichte des neuartigen Coronavirus rekonstruiert.

Forscher haben potenziell gefährliche Verwandte des neuartigen Coronavirus in China in Hufeisenfledermäusen gefunden.
© iStock.com/CreativeNature_nl

Mo. 03. August 2020

Covid-19: Der Ursprung von SARS-CoV-2

Ein internationales Forscherteam hat die Evolutionsgeschichte des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 rekonstruiert. Demnach zirkuliert das Virus schon seit Jahrzehnten unbemerkt in Fledermäusen und hat wahrscheinlich noch andere Verwandte, die Menschen infizieren könnten.

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"Coronaviren haben genetisches Material, das stark rekombinant ist. Das bedeutet, dass verschiedene Regionen des Virus-Erbguts aus mehreren Quellen stammen. Dies hat es schwierig gemacht, die Ursprünge von SARS-CoV-2 zu rekonstruieren", so Maciej Boni von der Penn State University zu den Herausforderung bei der Frage nach der Herkunft des Virus. Die Erkenntnisse der Studie sind im Fachjournal "Nature Microbiology" veröffentlicht.

Die Forscher haben diese Regionen identifiziert und nachverfolgt, woher sie kommen. Auf diese Weise konnten sie die evolutionären Beziehungen zwischen SARS-CoV-2 und seinen nächsten bekannten Verwandten, bestimmten Fledermaus- und Pangolin-Viren, rekonstruieren. Demnach hat sich die Abstammungslinie der Viren, zu denen SARS-CoV-2 gehört, vor etwa 40 bis 70 Jahren von anderen Fledermausviren getrennt.

Die größte Ähnlichkeit hat SARS-CoV-2 zu einem Coronavirus, das 2013 in der chinesischen Provinz Yunnan bei einer Fledermaus gefunden wurde. Diese beiden Virus-Typen sind zu etwa 96 Prozent genetisch identisch, aber das Team hat festgestellt, dass sich beide schon seit mindestens 1969 unterschiedlich weiterentwickelt haben.

Ähnliche Viren bei Fledermäusen in China gefunden

Eines der älteren Merkmale, das SARS-CoV-2 mit seinen Verwandten teilt, ist eines, mit dem das Virus an die Oberfläche menschlicher Zellen bindet. "Dies bedeutet, dass andere Viren, die Menschen infizieren können, in China in Hufeisenfledermäusen zirkulieren", sagte Prof. David L. Robertson von der Universität Glasgow. "Der Schlüssel zu einer erfolgreichen Überwachung besteht darin, zu wissen, nach welchen Viren gesucht werden muss, und diejenigen zu priorisieren, die Menschen leicht infizieren können."

ZOU

Quelle: DOI 10.1038/s41564-020-0771-4

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