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Tomaten können einen Gicht-Anfall auslösen.

Tomaten sind kalorienarm, gesund und vitaminreich. Doch viele Gicht-Kranke glauben, das Gemüse würde einen Anfall auslösen.
© iStock.com/ollinka

Di. 11. August 2020

Tomaten können einen Gicht-Anfall auslösen

Lebensmittel wie Fleisch und Innereien können einen Gicht-Anfall auslösen, Alkohol ebenfalls. Tomaten würde man in dieser Aufzählung eher nicht vermuten. Dennoch sind viele Gichtkranke der Meinung, dass sie bei ihnen Anfälle auslösen. Eine Studie aus Neuseeland unterstützt diese Beobachtung.

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Tomaten sorgen der Studie zufolge für einen höheren Harnsäure-Pegel im Blut, der Hauptursache für einen Gicht-Anfall. Dies fanden Forscher von der University of Otago bei einem analytischen Blick auf die Daten von 12.720 US-amerikanischen Gichtkranken heraus. Obwohl damit noch nicht bewiesen sei, dass Tomaten tatsächlich Gicht auslösen, reihten sie sich zumindest mit Blick auf den Harnsäurespiegel in die Liste bekannter Gichtauslöser ein, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift BMC Musculoskeletal Disorders. Der von ihnen gefundene Zusammenhang zwischen dem Verzehr von Tomaten und erhöhten Harnsäurewerten sei mit dem von Meeresfrüchten, rotem Fleisch, Alkohol und zuckerhaltigen Getränken vergleichbar, sagt Studienautorin Tanya Flynn.

Die Forscher hatten zuvor über 2.000 Neuseeländer, bei denen Gicht diagnostiziert worden war, dazu befragt, welche Lebensmittel bei ihnen einen Gichtanfall auslösen. Rund 70 Prozent der Befragten gab an, dass mehr als ein Nahrungsmittel als Auslöser in Frage komme, jeder Fünfte nannte auch Tomaten. Nach Meeresfrüchten, Alkohol und rotem Fleisch wurden Tomaten als vierthäufigste Ursache für einen Gichtanfall genannt. Gicht gilt als Wohlstandserkrankung und betrifft häufiger Männer als Frauen. Es handelt sich dabei um eine besonders schmerzhafte Form der Arthritis, die entsteht, wenn zu viel Harnsäure im Blut vorhanden ist. Harnsäure wiederum wird beim Abbau von Purinen gebildet, die Bestandteil von Nukleinsäuren und damit der Erbsubstanz sind.

HH

Quelle: DOI 10.1186/s12891-015-0661-8

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