Arzneimittel

30 neue Medikamente und viele Zulassungserweiterungen in 2023

ZOU  |  27.12.2023

2023 wurden 30 Medikamente mit neuen Wirkstoffen eingeführt, darunter Impfstoffe gegen das Atemwegs-Virus RSV und Dengue-Fieber sowie zwei Gentherapeutika. Außerdem gab es 24 Zulassungserweiterungen, durch die das Anwendungsgebiet von Medikamenten auf zusätzliche Krankheiten ausgeweitet wird.

Forscher, hält einen Impfstoff in der Hand.
In diesem Jahr sind unter anderem zwei Impfstoffe gegen das Atemwegs-Virus RSV auf den Markt gekommen.
© Smederevac/iStockphoto

Die 30 Medikamente mit neuem Wirkstoff, die 2023 in Deutschland eingeführt wurden, verteilen sich auf folgende Krankheitsgebiete:

  • Krebserkrankungen: 12
  • Immunologische Erkrankungen (Autoimmunerkrankung, allergische Erkrankung, angeborene Immundefekte): 6
  • Infektionskrankheiten: 4
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen: 2
  • Blutungskrankheiten: 1
  • Neurologische Erkrankungen: 1
  • Stoffwechselerkrankungen: 1
  • Sonstige: 3

Wie in den Jahren zuvor richten sich die meisten neu zugelassenen Medikamente gegen Krebserkrankungen: drei gegen das Multiple Myelom (eine Form von Knochenmarkkrebs), drei für die Diagnose und Therapie von Prostatakrebs und eines gegen Brustkrebs. Drei Medikamente sind Gen- und Zelltherapien, wodurch sich deren Anzahl auf 16 erhöht. Mit ihnen lassen sich seltene Erkrankungen behandeln, darunter die Bluterkrankheit (Hämophilie A und nun auch B).

Außerdem wurden 24 bereits zugelassene Medikamente für weitere Krankheiten anwendbar gemacht, die meisten gegen Krebs- und Autoimmunkrankheiten.

RSV-Impfung schützt Babys und Senioren

Einen besonderen Erfolg stellen zwei Impfstoffe und ein Antikörpermedikament gegen das Respiratorische-Synzytial-Virus (RSV) dar – damit lassen sich Babys und Personen ab 60 Jahren nun besser schützen. Außerdem ist in Deutschland jetzt ein Impfstoff gegen Dengue-Fieber verfügbar, der von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für Personen ab vier Jahre empfohlen wird, die bereits eine Erstinfektion mit Dengue-Viren durchgemacht haben.

Zufrieden ist die Pharmabranche jedoch nicht, denn durch das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz aus dem Jahr 2022 wurde das Erstattungssystem verändert, sodass sich die Vermarktung einzelner Medikamente in Deutschland nicht ausreichend rentiert. Deshalb bringen Pharmaunternehmen sie nicht auf den Markt oder ziehen sie zurück. Das hat dazu geführt, dass im vergangenen Jahr deutlich weniger Medikamente zugelassen wurden als 2021 und 2022 – da waren es 46 bzw. 49 Stück.

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