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Ab wann gibt es Corona-Schnelltests zu kaufen?

PZ/NK  |  09.03.2021

Das lange Warten hat ein Ende: Nach den ersten Zulassungen von Corona-Schnelltests für den Eigengebrauch werden die ersten Test-Kits ab dieser Woche in Apotheken, Drogerien und Supermärkten erhältlich sein. Der Discounter Aldi hatte die Tests sogar schon am vergangenen Wochenende im Sortiment, sie waren jedoch schnell ausverkauft.

Mann hält einen Covid-19-Schnelltest in die Kamera
Künftig dürfen Privatpersonen Corona-Schnelltest zur Eigenanwendung selbst durchführen.
© Ilze Kalve/iStockphoto

Da Covid-19 eine meldepflichtige Erkrankung ist, durfte bislang nur geschultes Personal Corona-Antigentests beispielsweise in Arztpraxen, Pflegeheimen oder Apotheken durchführen. Mittlerweile ist es auch Privatpersonen erlaubt, Tests zur Eigenanwendung in der Apotheke zu kaufen und selbst vorzunehmen. Möglich macht das eine Änderung der Medizinprodukte Abgabeverordnung durch das Bundesgesundheitsministerium. Die gesetzliche Voraussetzung ist also geschaffen.

Das BfArM hat am 24. Februar gleich drei Sonderzulassungen für solche Heimtests erteilt. In allen drei Fällen handelt es sich um Tests, bei denen eine Probe im vorderen Nasenbereich entnommen wird, erklärte ein Sprecher der Behörde. Dies könnten nach den von den Herstellern vorgelegten Studien auch Laien sicher übernehmen. Zwei Tage später sprach das BfArM dann auch die Sonderzulassung eines vierten Laientests aus. Am 2. März folgten weitere zwei Tests, von denen einer die Corona-Infektion mittels Speichelprobe identifiziert (AMP Rapid Test SARS-CoV-2 Ag). In den kommenden Tagen und Wochen werden stetig neue Test-Zulassungen folgen. Die Liste der zugelassenen Selbsttests auf der Website des BfArM wird stetig aktualisiert. So heißen die Tests, die bislang zugelassen wurden:

  • CLINITEST Rapid COVID-19 Self-Test            
  • Rapid SARS-CoV-2 Antigen Test Card 
  • LYHER® Covid-19 Antigen Schnelltest 
  • SARS-CoV-2 Rapid Antigen Test 
  • AMP Rapid Test SARS-CoV-2 Ag 
  • Coronavirus (2019-nCoV)-Antigentest
  • AESKU.RAPID SARS-CoV-2

Tests bei Aldi an der Kasse

Die Discounter-Kette Aldi kündigte an, ab dem 6. März Test-Kits im Angebot zu haben. Dabei handelt es sich um den zuletzt zugelassenen Test mit dem Namen AESKU.RAPID SARS-CoV-2, der in Deutschland hergestellt wird. Zunächst sei die Abgabemenge auf eine Packung pro Kunde begrenzt. Eine Packung kostet 24,99 Euro und enthält fünf Tests, deren Ergebnis nach dem Nasenabstrich in 15 Minuten vorliegen soll. Die vom Hersteller angegebene Genauigkiet liegt bei 96 Prozent.

Einige Tests gibt es nur in Apotheken

Nach den Angaben der Firma Viromed wird der Lyher® Covid-19 Antigen Schnelltest bereits an den pharmazeutischen Großhandel und an die Apotheken ausgeliefert. Ein Sprecher erklärte, dass die Firma bereits vor der Zulassung durch das BfArM die Tests auf eigenes Risiko hat herstellen lassen. Diese ersten zwei bis drei Millionen Tests seien dann direkt nach Bekanntgabe der Sonderzulassung vergangene Woche ausgeliefert worden. Allerdings würden nun erstmal Schulen, Kitas und Pflegeheime priorisiert beliefert werden. Täglich bekomme Viromed 500.000 bis 1 Million neue Tests, damit sollen auch ab Ende dieser Woche die Apotheken weiter beliefert werden. Super- und Drogeriemärkte werden nicht von Viromed beliefert, so der Sprecher. Nach Angaben der Firmen-Websites kosten die Tests jeweils 9,90 Euro inklusive Mehrwehrtsteuer. 

Der SARS-CoV-2 Rapid Antigen Test, der von Roche Pharma vertrieben wird, soll laut einem Sprecher ab Mitte dieser Woche an den pharmazeutischen Großhandel ausgeliefert werden sollen. Damit soll der Test ab nächster Woche in den Apotheken erhältlich sein. Zum angepeilten Preis ist noch nichts bekannt. Zunächst wird es die Tests nur in Apotheken geben, nicht in Supermärkten oder Drogerien. Der Rapid SARS-CoV-2 Antigen Test Card, der von Technomed auf den deutschen Markt gebracht wird, soll ebenfalls nächste Woche erhältlich sein. Diesen Test wird es laut Herstellern sowohl in Apotheken als auch in Drogerien und Supermärkten geben. 

Begrenzte Abgabe der Tests bei dm

Bei dm wird der Selbsttest von Technomed voraussichtlich ab dem 9. März erhältlich sein, so heißt es in einer Pressemitteilung der Drogeriemarktkette vom 1. März. Die Drogeriemarktkette will nach den nächsten Selbsttest-Zulassungen auch weitere Tests anbieten. Dabei soll die Abgabemenge anfangs pro Person limitiert werden. "Wir wollen, dass möglichst viele Menschen davon profitieren", sagt Sebastian Bayer, dm-Geschäftsführer für das Ressort Marketing und Beschaffung. Sobald weitere Lieferungen erfolgen oder weitere Tests zugelassen werden, soll die Begrenzung allerdings fallen. 

Der vierte bereits zugelassene Test namens Clinitest Rapid Covid-19 Self-Test wird bereits ab dem heutigen Montag an die Kommunen, Länder und an den Bund ausgeliefert, erklärte ein Sprecher von Siemens Healthcare Diagnostics. Zuerst werden Schulen, Kitas und Pflegeheime beliefert, ab Mitte März wird der Test dann auch in den Apotheken erhältlich sein. Auch der Verkauf in Drogeriemärkten sei geplant, so ein Sprecher. 

Laien-Schnelltests müssen bestimmte Anforderungen erfüllen

Zur Eindämmung der Pandemie könnten Schnelltests nur beitragen, wenn sie korrekt angewendet würden, sagt Apothekerin Mira Sellheim, Patientenbeauftragte des Hessischen Apothekerverbands. „Werden durch falsche Probenahme oder Ergebnisdarstellung Infektionen nicht erkannt, kann das schwerwiegende Folgen haben. Vermeintlich Gesunde können dann schnell zu Virenschleudern werden." Sellheim rät Verbrauchern daher von dubiosen Angeboten ab, die es derzeit bereits gibt. Es lohne sich, auf zuverlässige Produkte zu warten. Sobald erhältlich würden die Apotheken vor Ort sie abgeben und die Anwendung gut verständlich erklären. 

„Seriöse Tests werden über CE-Zertifizierungen oder Sonderzulassungen durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte verfügen", sagt Sellheim. Dafür müssen sie bestimmte Sicherheitsanforderungen erfüllen: Unter anderem müssen die Tests ausdrücklich für medizinische Laien konzipiert und leicht anzuwenden sein, was der Hersteller anhand von klinischen Daten nachweisen muss. Ein Beipackzettel, der detailliert beschreibt, wie die Tests durchzuführen sind und was im Falle eines positiven Ergebnisses zu tun ist, darf ebenfalls nicht fehlen.

Mehr Infos zur Handhabung der Selbsttests gibt es hier.

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