Sowohl Asthma als auch COPD können sich akut verschlimmern. Dann kommt es vermehrt zu Symptomen wie Atembeschwerden, Auswurf und dem für Asthma typischen Giemen sowie Engegefühl in der Brust. Fachleute sprechen bei einer solchen Verschlechterung von Symptomen auch von einer Exazerbation. Diese kann Alltagsaktivitäten der Betroffenen beeinträchtigen und ohne sofortige medizinische Versorgung sogar gefährlich werden.
Studie untersucht Veränderungen der Stimme bei Asthma und COPD
Dass sich während einer akuten Verschlechterung der Krankheiten auch die Stimme verändert, zeigt eine Studie unter der Leitung von Dr. Sami Simons, Assistenzprofessor an der Universität Maastricht in den Niederlanden.
Für die Untersuchung sammelte das Forschungsteam über einen Zeitraum von zwölf Wochen Daten von 38 Menschen mit COPD und 35 Menschen mit Asthma. Die Teilnehmenden hatten in dieser Zeit mithilfe einer speziell entwickelten App täglich ihre Stimme aufgenommen und analysieren lassen. Dazu nahm jede Person zunächst einen langen „A“-Laut auf und las anschließend entweder einen kurzen Text vor oder beantwortete eine Frage. Außerdem gaben sie täglich mit Hilfe eines Fragebogens an, ob sich ihre Symptome verschlimmerten.
So verändert sich die Stimme bei einer akuten Verschlechterung
Die Auswertung zeigte, dass sich zu Beginn einer akuten Verschlechterung der Atemwegskrankheiten auch mehrere Merkmale der Stimme verändern. Das galt unter anderem für die Tonlage, die Anzahl der Sprechpausen und die allgemeine Stimmqualität. Sobald sich der Zustand der Betroffenen verbesserte, normalisierten sich diese Werte wieder.
Wie diese Veränderungen entstehen, erklärt Studienleiter Simons: „Da sich die Atemwege während einer Exazerbation verengen, wird die Luft, die an den Stimmlippen vorbeiströmt, eingeschränkt. Dies schwächt die normale Schwingung der Stimmlippen und erschwert es, die Stimme stabil zu halten. Infolgedessen klingt die Stimme einer Person mit einer Exazerbation ‚keuchender‘ und ‚rauer‘“
Neue App könnte akute Verschlechterungen früh erkennen
Langfristig könnte eine solche App Menschen mit Asthma oder COPD dabei helfen, eine beginnende Exazerbation anhand ihrer Stimme frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig zu reagieren. Aufbauend auf den bisherigen Ergebnissen haben die Forschenden ihre Algorithmen bereits weiterentwickelt. Diese sollen Verschlechterungen der Erkrankung anhand von Stimmveränderungen bis zu drei Tage vor dem Auftreten erster Symptome erkennen können. Derzeit wird die Technologie in zwei weiteren Studien geprüft: der VOCAL-Studie in Brasilien sowie der SPEAK-Studie in den Niederlanden.
Quelle: DOI https://doi.org/10.1183/23120541.01737-2025