Husten ist eigentlich eine Schutzreaktion des Körpers. Er soll die Atemwege freihalten und potenziell reizende Stoffe oder Schleim entfernen. Bei Asthma ist der Hustenreflex allerdings deutlich empfindlicher eingestellt: Schon geringe Reize können Husten auslösen. Fachleute sprechen von einer bronchialen Hyperreagibilität. Reize wie kalte Luft, körperliche Anstrengung oder Allergene können dann leichter eine Reaktion auslösen.
Warum Kortison-Spray den Husten lindert
Langfristig setzen Ärztinnen und Ärzte bei Asthma häufig auf kortisonhaltige Inhalationspräparate, die als „Controller“ bezeichnet werden. Sie dämpfen die Entzündungsneigung der Bronchien und machen die Atemwege insgesamt weniger empfindlich. Dadurch reagiert das Immunsystem seltener übermäßig stark, was wiederum zu weniger asthmabedingtem Husten führt.
Bedarfsmedikamente entspannen Bronchien
Bei akutem Husten im Rahmen eines Asthmaanfalls kommt dagegen ein sogenanntes Bedarfsmedikament, der „Reliever“, zum Einsatz. Wenn der Husten die Atmung erschwert oder sehr belastend ist, kann dieses Mittel die Bronchien rasch erweitern und so entspannen. Das verschafft Erleichterung bei typischen Beschwerden wie Husten, Atemnot und einem Engegefühl in der Brust.
Ruhe und das Meiden von allergischen Auslösern helfen
Viele Betroffene empfinden es außerdem als hilfreich, sich in eine ruhige Umgebung zurückzuziehen und etwas Wasser zu trinken. Das kann den Hustenreiz abschwächen und dabei unterstützen, gelassener zu bleiben.
Um asthmatischen Husten — besonders wenn er durch Allergene ausgelöst wird — möglichst zu verhindern, ist eine gut eingestellte Therapie entscheidend. Zusätzlich sollten Betroffene ihre persönlichen Auslöser kennen, um den Kontakt mit diesen Reizfaktoren so weit wie möglich zu reduzieren.
Cough Variant Asthma wird oft mit Erkältung verwechselt
Eine besondere Asthma-Form, bei der trockener Husten das einzige Symptom ist, ist das sogenannte „Cough Variant Asthma“. Im Gegensatz zu klassischen Asthmaformen stehen Atemnot, pfeifende Atmung oder ein Engegefühl in der Brust oft nicht im Vordergrund. Der trockene Husten tritt typischerweise vor allem nachts oder bei körperlicher Belastung auf und kann über Wochen bestehen bleiben. Weil andere typische Asthmaanzeichen fehlen, wird „Cough Variant Asthma“ häufig zunächst mit einer hartnäckigen Erkältung oder einem allergischen Husten verwechselt.
Konsequente Behandlung kann Asthma-Husten gut kontrollieren
Die Ursache des Hustens liegt auch bei dieser Asthmaform in einer Überempfindlichkeit und Entzündungsbereitschaft der Atemwege. Reize wie kalte Luft, Allergene oder körperliche Anstrengung können die Bronchien so stark irritieren, dass ein anhaltender Hustenreiz entsteht. Therapeutisch kommen meist dieselben Therapien zum Einsatz wie bei anderen Asthmaformen: entzündungshemmende Controller zur langfristigen Stabilisierung der Atemwege und Bedarfsmedikamente, wenn der Husten akut stärker wird. Wird „Cough Variant Asthma“ frühzeitig erkannt und konsequent behandelt, lässt sich der Husten in der Regel gut kontrollieren und das Risiko, dass sich ein „klassisches“ Asthma entwickelt, kann verringert werden.
Wann sollte Husten ärztlich abgeklärt werden?
Wichtig: Nicht jeder chronische Husten bedeutet automatisch Asthma. Auch andere Ursachen wie die Refluxkrankheit, Infekte oder ein sogenannter Postnasal-Drip können dahinterstecken. Letzteres beschreibt das Gefühl, dass Sekret aus den Nasennebenhöhlen oder der Nase ständig den Rachen hinunterläuft. Dieses entsteht, wenn die Schleimhäute mehr Flüssigkeit produzieren als üblich – zum Beispiel bei Allergien, Infekten oder trockener Luft. Dieses „Hinunterlaufen“ kann Hustenreiz, aber auch Räuspern, Heiserkeit oder ein Kloßgefühl im Hals auslösen.
Hält ein trockener Husten jedoch über mehrere Wochen an oder tritt immer wieder auf, sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.