SeniorenArzneimittel

Bluthochdruck: Bei Schmerzmitteln aufpassen

17.05.2018

Ibuprofen, ASS, Diclofenac & Co. steigern den Blutdruck und beeinträchtigen damit die Wirkung der blutdrucksenkenden Medikamente, warnt Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, anlässlich des Welt-Hypertonie-Tags am 17. Mai 2018. Bluthochdruck-Patienten können sich in der Apotheke vor Ort zur Wahl eines passenden Schmerzmittels beraten und ihren Blutdruck kontrollieren lassen.

Hypertoniker müssen bei Schmerzmitteln aufpassen.
In der Apotheke können sich Bluthochdruck-Patienten über passende rezeptfreie Schmerzmittel beraten lassen.
© WavebreakmediaMicro - Fotolia

Bluthochdruck entwickelt sich immer mehr zur Volkskrankheit. Fast jeder dritte Deutsche leidet darunter. Stellt der Arzt die Diagnose Bluthochdruck, wird Medikamente wie ACE-Hemmer, Beta-Blocker, entwässernde Diuretika, Kalzium- oder AT1-Antagonisten verschreiben. Sie sind in der Regel gut verträglich und senken den Blutdruck zuverlässig. Kritisch wird es aber, wenn Blutdrucksenker und Schmerzmittel wie Diclofenac, Ibuprofen, ASS oder Naproxen kombiniert werden. Folge: Diese Wirkstoffe, die zu den sogenannten nicht-steroidalen Antirheumatika gehören, schwächen die Wirkung der Blutdrucksenker ab.

Auf Schmerzmittel müssen Hochdruckkranke dennoch nicht verzichten, doch Sorgfalt in der Selbstmedikation ist Pflicht. In einem Beratungsgespräch mit dem Apotheker muss gründlich abgewogen werden, welches Präparat geeignet ist. Liegt weder eine Herz- oder Niereninsuffizienz vor, gilt: kurzfristige Anwendung von maximal drei bis vier Tagen, Dosierung so niedrig wie möglich und so hoch wie nötig, Prüfung möglicher Therapiealternativen. Neben der Therapiebegleitung bietet die Apotheke vor Ort durch die Blutdruckmessung außerdem eine regelmäßige Kontrollmöglichkeit an.

Leidet der Blutdruckpatient unter einer Nierenfunktionsstörung, einer Herzinsuffizienz oder einer Dehydratation, sind die Grenzen der Selbstmedikation erreicht. Hier dürfen Schmerzmittel nicht ohne Kenntnis des behandelnden Arztes eingesetzt werden.

LAK Hessen/NK

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