Bewegung ist auch im mittleren Erwachsenenalter wichtig. „Jugendliche und junge Erwachsene Anfang 20 sind oft körperlich aktiv, aber das ändert sich bei Männern wie Frauen zwischen dem 18. und 40. Lebensjahr“, erklärte die Epidemiologin Kirsten Bibbins-Domingo von der Universität Kalifornien in San Francisco. Dabei ist wissenschaftlich erwiesen, dass Bewegung den Blutdruck senkt. Wer im Erwachsenenalter weniger Sport treibt, riskiert in den darauffolgenden Jahrzehnten einen Blutdruckanstieg.
Deutlich mehr Sport ist nötig als derzeit empfohlen
Personen, die in jungen Jahren fünf Stunden pro Woche Sport trieben – also doppelt so viel wie die empfohlenen 150 Minuten pro Woche – hatten deutlich seltener Bluthochdruck, wenn sie das bis zum 60. Lebensjahr beibehielten. „Mindestens das Doppelte der aktuellen Mindestempfehlungen für körperliche Aktivität bei Erwachsenen könnten für die Vorbeugung von Bluthochdruck vorteilhafter sein als die bloße Einhaltung der Mindestempfehlungen“, schreiben die Forschenden. Ihnen ist aber bewusst, dass das im Lebensverlauf nicht einfach ist: Wer sich um Karriere und Familie kümmern muss, hat meist nicht viel Freizeit.
Stiller Killer Bluthochdruck
Milliarden Menschen weltweit haben Bluthochdruck (Hypertonie) – laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) mehr als jeder vierte Mann und etwa jede fünfte Frau. Bluthochdruck ist ein Risikofaktor für Herzinfarkt, Schlaganfall und Demenz. Da viele Menschen nichts von ihrer Erkrankung wissen, wird Bluthochdruck auch „stiller Killer“ genannt.
Quelle: DOI 10.1016/j.amepre.2020.12.018