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Botox: Mit Schönheitsgift gegen Reizblase

14.03.2012

Das Nervengift Botulinumtoxin kann bei Frauen mit einer Reizblase die Beschwerden lindern. Das zeigt eine Studie von der Universität Leicester in Großbritannien. Frauen, die unter einer Reizblase litten, bekamen das Gift, das auch zur Behandlung von Mimik-Falten im Gesicht eingesetzt wird, gezielt in den Entleerungsmuskel der Blase gespritzt. Allerdings ist die Therapie nicht ohne Nebenwirkungen.

Hinweisschild für eine Damentoilette
Gut für Patientinnen mit Reizblase: Dank Botox muss frau nicht ständig die nächsten Toilette im Blick behalten.
© foto.fritz - Fotolia

Eine Reizblase betrifft vor allem Frauen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr. Eine organische Ursache gibt es dabei nicht, dennoch klagen die Frauen über einen häufigen Harndrang, oft zusammen mit einer Stressinkontinenz. Gerade die unwillkürlichen Harnabgänge belasten die Patientinnen stark.

In einer Studie haben nun die britischen Wissenschaftler an 240 Frauen untersucht, ob Botulinumtoxin, kurz Botox, gegen die Reizblase helfen kann. Botulinumtoxin ist ein Nervengift, das verhindert, dass die Muskeln angespannt werden können, in die es injiziert wurde. Insgesamt 20 Injektionen gaben die Wissenschaftler den Frauen in unterschiedliche Bereiche der Blasenmuskulatur. Verglichen wurde die Botox-Wirkung gegen ein Placebo, also eine Injektion ohne Wirkstoff. Dabei verringerte sich die Anzahl der Toilettengänge von durchschnittlich 9,67-mal täglich auf 8,3-mal am Tag. Noch deutlicher war der Effekt des Nervengiftes auf den unwillkürlichen Harnabgang. Hier reduzierte sich die Zahl der unangenehmen Ereignisse von 6,09 auf 3,88 am Tag.

Gut ein Drittel der mit Botox behandelten Frauen waren sechs Monate nach der Behandlung kontinent. In der Placebogruppe waren es nur 12 Prozent. Allerdings hatte die Therapie Nebenwirkungen: Die Frauen in der Botulinumtoxin-Gruppe bekamen dreimal so häufig eine Harnwegsinfektion, 16 Prozent entwickelten erhebliche Probleme beim Wasserlassen und mussten den Urin teilweise sogar mit einem Katheter ablassen. In der Placebogruppe waren von einem solchen Harnverhalt nur vier Prozent der Frauen betroffen. Diese Nebenwirkungen nahmen aber mit der Zeit wieder ab, als das Botulinumtoxin seine Wirkung verlor. Allerdings kehrten dann auch die Symptome der Reizblase wieder zurück.

KK

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