Auf der Fachmesse Expopharm in München beschrieb Pförringer eine Entwicklung, die bereits im Alltag angekommen sei: Patienten kämen mit Informationen in die Apotheke, die sie zuvor mithilfe Künstlicher Intelligenz gesammelt haben. „Der Kunde wird zum smarten Patienten“, sagte Pförringer.
Patienten wollen schnelle Informationen
Nach Einschätzung des Mediziners verändern sich die Erwartungen an die Gesundheitsversorgung. „Der Patient sucht Convenience. Alles soll schnell und hochwertig verfügbar sein.“ Immer mehr neue Anwendungen würden eine Flut an neuen Patientendaten generieren. KI könne bei der Auswertung dieser Daten helfen. Außerdem sei sie schon jetzt aus der ganzen Wertschöpfungskette, von der Forschung bis zur Beratung, nicht mehr wegzudenken.
Gleichzeitig möchten Menschen ihre Apotheke weiterhin als persönlichen Ansprechpartner vor Ort nutzen. Zusätzlich werde jedoch die Möglichkeit wichtiger, digital mit ihr in Kontakt zu treten. Der klassische Apothekenbesuch und digitale Angebote schließen sich demnach nicht aus.
KI kann Apotheker und Ärzte nicht ersetzen
Trotz der rasanten technischen Entwicklung sieht Pförringer die menschliche Komponente weiterhin als entscheidend an. Zu Beginn seines Vortrags betonte er insbesondere die Bedeutung von Empathie in der Gesundheitsversorgung. Gleichzeitig geht der Mediziner davon aus, dass Ärzte und Apotheker künftig kaum darum herumkommen werden, sich mit KI auseinanderzusetzen. „KI ist für die Medizin das, was Mathematik für Physik ist“, so Pförringer. Mediziner, die nichts von KI verstünden, würden es seiner Einschätzung nach in Zukunft schwer haben.
Für Patienten zeichnet sich damit eine neue Realität ab: Sie können sich schon vor einem Arzt- oder Apothekenbesuch mithilfe von KI informieren. Der persönliche Kontakt zu medizinischem und pharmazeutischem Fachpersonal dürfte dadurch jedoch nicht überflüssig werden – vielmehr verändert sich, mit welchem Vorwissen und welchen Erwartungen Patienten in die Beratung kommen.