Erblich bedingter Haarausfall betrifft Millionen Menschen weltweit. Bei der Erforschung eines Zuckers sind Wissenschaftler eher zufällig auf eine mögliche neue Behandlung gestoßen: Desoxyribose-Zuckergel zeigte in einer Studie mit Mäusen sehr gute Ergebnisse.

Ausgangspunkt war die Forschung an dem Zucker Desoxyribose, der natürlicherweise im Körper vorkommt und am Aufbau der DNA beteiligt ist. Wissenschaftler der University of Sheffield und der COMSATS University in Pakistan untersuchten, wie dieser Zucker die Wundheilung bei Mäusen unterstützt. Dabei fiel ihnen etwas Unerwartetes auf. Rund um die behandelten Wunden wuchs das Fell schneller nach als bei unbehandelten Tieren.
Das Team ging der Beobachtung nach und testete ein Desoxyribose-Gel an männlichen Mäusen mit erblich bedingtem Haarausfall. Nach dem Auftragen des Gels zeigte sich innerhalb weniger Wochen ein kräftiger Haarwuchs. Lange, dicke Haare wuchsen nach. Die Wirkung war laut den Forschern ebenso stark wie bei Minoxidil, einem gängigen Mittel gegen Haarausfall. Sowohl Minoxidil als auch das Zuckergel förderten das Haarwachstum um 80 bis 90 Prozent. Eine Kombination beider Wirkstoffe hatte keine wesentlich bessere Wirkung.
Das Desoxyribose-Gel stimulierte das Haarwachstum möglicherweise aufgrund einer Zunahme von Blutgefäßen und Hautzellen. „Je besser die Blutversorgung der Haarzwiebel, desto größer ihr Durchmesser und desto mehr Haarwachstum“, erklärten die Forschenden.
Anlagebedingte Alopezie wird durch eine genetische Veranlagung, den Hormonspiegel und Alterung verursacht und betrifft bis zu 40 Prozent der Bevölkerung. Bisher sind nur zwei Medikamente zur Behandlung zugelassen. Minoxidil wirkt jedoch nicht bei allen Menschen, und Finasterid ist für Frauen nicht zugelassen.
Quelle: DOI 10.3389/fphar.2024.1370833
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