Ernährung bei Krebs: Keine Empfehlung für Krebsdiäten

Katrin Faßnacht-Lee  |  23.02.2026 15:33 Uhr

Menschen mit Tumorerkrankungen sollten nicht fasten und auch andere spezielle Diäten meiden. Das empfehlen Experten in einer aktuellen Leitlinie.

Krebspatientin umarmt ein Mädchen, vor ihnen liegt geschnittenes Gemüse.
Die Leitlinie zur Ernährung bei Krebs empfiehlt keine spezielle Krebsdiät.
© fizkes/iStockphoto

Die neue S3-Leitlinie „Klinische Ernährung bei Krebs“ spricht sich gegen spezielle Diäten bei Krebs aus. Fasten und andere restriktive Ernährungsformen erhöhen demnach das Risiko für Mangelernährung. Das kann die Therapie erschweren und bei Krebspatienten sogar zum Tod führen.
Durch eine Krebserkrankung oder -therapie verlieren viele Menschen an Gewicht. Dann ist es besonders wichtig, einer Mangelernährung vorzubeugen. Denn der Ernährungszustand hat einen Einfluss auf Krankheitsverlauf und auf Therapie: „Wird nicht rechtzeitig gegengesteuert, drohen Komplikationen, Therapieversagen und im schlimmsten Fall der Tod durch Mangelernährung“, sagt Professorin Jutta Hübner vom Universitätsklinikum Jena, Mitkoordinatorin der aktuellen Leitlinie.


Empfehlungen zu Fasten und veganer Kost

Mit elf neuen Empfehlungen ordnen die Experten besondere Ernährungsformen ein. Dazu gehören

  • Fasten
  • ketogene Diäten
  • Krebsdiäten nach Breuß und Budwig
  • Vegane und vegetarische Ernährung 


Bei der Krebskur nach Breuß sollen Erkrankte 42 Tage komplett auf feste Nahrung verzichten und medizinische Behandlungen während dieser Zeit aussetzen. Die Öl-Eiweiß-Diät nach Budwig empfiehlt eine fett- und eiweißreiche Ernährung mit viel Obst und Gemüse. Ketogene Diäten schränken die Kohlenhydratzufuhr in Form von zucker- und stärkehaltigen Lebensmitteln extrem ein, was das Tumorwachstum ausbremsen soll. Die Leitlinien raten von allen genannten Kostformen ab, da sie die Ernährung einschränken und damit das Risiko von Mangelernährung und Gewichtsverlust erhöhen. „Für vegetarische oder vegane Ernährung fehlt noch die Evidenz, um eine Empfehlung dafür oder dagegen auszusprechen. Bis verlässliche Studien vorliegen, ist für onkologische Patienten und Patientinnen eine sorgfältige Planung zwingend erforderlich, um Mangelernährung zu vermeiden“, so Hübner.


Ernährungstherapie vor OP und bei Nebenwirkungen

Um eine gute Nährstoffversorgung zu gewährleisten, wurde in den Leitlinien außerdem ein neues Kapitel zur Ernährung bei operativer Tumortherapie aufgenommen. Danach soll der Ernährungsstatus vor und nach größeren Eingriffen öfter erhoben und gegebenenfalls schneller auf künstliche Ernährung umgestellt werden. Haben Patienten innerhalb kurzer Zeit beispielsweise viel abgenommen, sollten sie zunächst eine Ernährungstherapie erhalten, auch wenn sich dadurch der Operationstermin verschiebt. 
Generell ist es bei einer Tumorerkrankung wichtig, eine ausreichende Energie- und Nährstoffversorgung sicherzustellen. Dies ist je nach Krebsart jedoch nicht ganz einfach, da immer Nebenwirkungen auftreten können, die die Nahrungsaufnahme und damit den Ernährungszustand zumindest zeitweise beeinträchtigen. Dazu gehören Appetitlosigkeit, Schluckbeschwerden, Entzündung der Mundschleimhaut, Übelkeit und Erbrechen, Verdauungsprobleme oder Schmerzen. Eine qualifizierte Ernährungsberatung kann helfen, gemeinsam mit dem Patienten eine geeignete Ernährungsform zu finden.
 

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