Hüft-Arthrose früh erkennen und Hüftprothese vermeiden

Elisabeth Kerler  |  24.02.2026 07:01 Uhr

Hüft-Arthrose entwickelt sich oft schleichend. Ein Arzt erklärt, was helfen kann, eine Hüftprothese zu vermeiden – mit konkreten Bewegungstipps.

Ein älteres Paar walked gemeinsam durch einen Park.
Um Hüftarthrose vorzubeugen, wird Bewegung, zum Beispiel Walken, empfohlen.
© Mariia Vitkovska/iStockphoto

Rund 200.000 Menschen erhalten in Deutschland pro Jahr eine Hüftprothese – häufig aufgrund einer weit fortgeschrittenen Hüft-Arthrose. Besonders betroffen sind dabei Frauen. Dabei ließe sich der Eingriff in vielen Fällen durch bessere Prävention und eine frühzeitige Diagnose vermeiden, so die Gelenk-Klinik Gundelfingen in einer Mitteilung. 

Schleichender Krankheitsprozess über Jahre unbemerkt

Das Problem: „Der Krankheitsprozess ist schleichend und bleibt oft über Jahre unbemerkt“, erklärt Dr. Martin Rinio, Ärztlicher Direktor der Klinik. Anfangs träten Beschwerden meist nur bei Belastung auf, später auch in Ruhe. „Ganz typisch sind etwa Probleme beim Schuhe anziehen oder beim Sitzen in der Hocke“, berichtet der Experte. Ohne Behandlung könne das Gelenk schließlich so stark geschädigt sein, dass eine Prothese nötig wird.

Frühzeitige Therapie kann helfen

Werde Hüft-Arthrose früh erkannt, bestünden gute Chancen, den Verlauf positiv zu beeinflussen. Eine minimalinvasive Arthroskopie könne mechanische Reibungen im Gelenk reduzieren, so die Klinik. „Rechtzeitig angewendet hilft zudem Physiotherapie, den Bewegungsablauf zu korrigieren und das Gelenk zu entlasten“, betont Dr. Rinio. Ziel sei es, durch gezielte Gymnastik sowie angepasste Belastung Beweglichkeit und Muskelkraft zu erhalten. „Eine starke Muskulatur entlastet den Knorpel bzw. das Hüftgelenk bei jeder Bewegung und schützt so wesentlich vor (weiterer) Arthrose.“

Prävention: Bewegung, Gewicht und Ernährung

Bewegung gilt als wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung. Empfohlen werden Gehen oder Walken sowie maßvoller Kraftsport. „Selbst bei Hüftarthrose bitte möglichst aktiv bleiben, ohne dabei jedoch die Gelenke zu stark zu belasten“, rät der Experte. Auch ein moderates Körpergewicht entlaste die Hüfte. Eine ausgewogene Ernährung mit Omega-3-Fettsäuren sowie viel Lauchgemüse könnte sich günstig auswirken, während Fleisch und Milch reduziert werden sollten.

Zwei Übungen für eine starke Hüfte

Gezieltes Training unterstützt die Hüftmuskulatur zusätzlich:

Radfahren in Rückenlage: 

Legen Sie sich auf den Rücken, die Wirbelsäule hat Kontakt zum Boden. Heben Sie die angewinkelten Beine an und imitieren Sie die Bewegung des Radfahrens. Zwei- bis dreimal pro Woche durchgeführt, kann diese Übung effektiv die Muskulatur stärken.

Hüftbeuger mit Theraband: 

Befestigen Sie ein Theraband an einem Stuhlbein und an einem Knöchel. Strecken Sie dieses Bein nach hinten, ebenso wie den gegenüberliegenden Arm. Das Standbein und der andere Arm sind gebeugt. Ziehen sie nun das Knie gegen den Widerstand des Bandes von hinten nach vorne, ebenso den Arm. Wiederholen Sie das etwa 15 Mal pro Bein.  Wichtig: „Dabei aber niemals in den Schmerz hinein trainieren“, warnt Dr. Rinio. „Bei akuten Schmerzen hat die Schonung des Hüftgelenks Vorrang.“

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