Ekzem

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  18.03.2026 00:00 Uhr

Ein Ekzem ist eine entzündliche Reaktion der Haut, die mit Rötung, Juckreiz und häufig auch Nässen oder Schuppung einhergeht. Der Begriff "Ekzem" beschreibt dabei kein einzelnes Krankheitsbild, sondern eine typische Entzündungsreaktion der Haut, die durch unterschiedliche Ursachen ausgelöst werden kann. Ekzeme können akut oder chronisch verlaufen und nahezu jede Körperregion betreffen. Allen gemeinsam ist eine gestörte Hautbarriere, die die Haut empfindlicher gegenüber äusseren Einflüssen macht.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Ein Ekzem ist eine entzündliche Reaktion der Haut, die sich durch Rötung, Juckreiz, Nässen, Bläschen oder Schuppung äussern kann. Der Begriff bezeichnet kein einzelnes Krankheitsbild, sondern ein typisches Entzündungsmuster der Haut, das durch unterschiedliche Ursachen ausgelöst wird. Ekzeme können akut oder chronisch verlaufen und nahezu jede Körperregion betreffen.
Zu den häufigsten Ekzemformen zählen beispielsweise:

  • Atopisches Ekzem oder Neurodermitis: Diese Form beruht auf einer angeborenen Störung der Hautbarriere und tritt oft bereits im Kindesalter auf. Die Haut ist sehr trocken, empfindlich und juckt stark. Typisch sind schubweise Verläufe. Häufig besteht eine familiäre Neigung zu Allergien, Asthma oder Heuschnupfen.
  • Kontaktekzem: Ein Kontaktekzem entsteht durch direkten Hautkontakt mit auslösenden Stoffen. Man unterscheidet das irritative Kontaktekzem, z. B. durch häufiges Händewaschen, Reinigungsmittel oder Chemikalien, und das allergische Kontaktekzem, bei dem das Immunsystem auf bestimmte Stoffe wie Nickel, Duftstoffe oder Konservierungsmittel reagiert. Die Hautveränderungen treten meist genau dort auf, wo der Kontakt bestand.
  • Seborrhoisches Ekzem: Diese Form betrifft vor allem fett - und talgdrüsenreiche Hautareale wie Kopfhaut, Gesicht, speziell Augenbrauen oder Nasenflügel, oder Brustbereich. Typisch sind rötliche, schuppende Hautveränderungen, oft mit gelblichen Schuppen. Das seborrhoische Ekzem tritt häufig bei Säuglingen auf und wird dann auch Kopfgneis genannt. Es kann aber auch bei Erwachsenen auftreten.
  • Stauungsekzem oder variköses Ekzem: Diese Ekzemform entsteht infolge einer chronischen Venenschwäche, meist an den Unterschenkeln. Durch den gestörten Blutabfluss kommt es zu Hautentzündung, Rötung, Schuppung und Juckreiz. Unbehandelt kann sich das Ekzem verschlimmern und zu schlecht heilenden Wunden führen.

Allen Ekzemformen gemeinsam ist eine gestörte Hautbarriere, die die Haut anfälliger für Reizstoffe, Entzündungen und Infektionen macht. Die genaue Ausprägung, der Verlauf und die Behandlung unterscheiden sich jedoch je nach Ekzemtyp deutlich.

Symptome / Verlauf

Ekzeme zeigen sich meist durch eine gerötete, entzündete Haut, die stark jucken kann. Je nach Stadium und Verlauf können unterschiedliche Hautveränderungen auftreten. In der akuten Phase kommt es häufig zu Rötung, Schwellung, Nässen und kleinen Bläschen. Diese können aufplatzen und Krusten bilden.
Im chronischen Verlauf verdickt sich die Haut oft, wird trocken, schuppig und rau. Typisch ist eine Lichenifikation, das ist eine flächenhafte lederartige Verdickung der Haut, die unter anderem durch häufiges Kratzen entsteht. Der Juckreiz kann sehr belastend sein und durch Kratzen die Entzündung weiter verstärken.
Der Verlauf eines Ekzems ist häufig schubweise: Phasen mit starken Beschwerden wechseln sich mit ruhigeren Zeiten ab. Welche Hautareale betroffen sind, hängt von der Ekzemform ab. Häufig sind Hände, Arme, Gesicht, Hals oder Hautfalten beteiligt.

Folgen / Komplikationen

Ein Ekzem ist in der Regel nicht gefährlich, kann jedoch die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Anhaltender Juckreiz, sichtbare Hautveränderungen und wiederkehrende Schübe sind für viele Betroffene sehr belastend.
Durch Kratzen kann die Hautbarriere weiter geschädigt werden. Dadurch steigt das Risiko für sekundäre Infektionen mit Bakterien, Viren oder Pilzen. Bei chronischem Verlauf kann es zu dauerhaften Hautveränderungen kommen, etwa Verdickungen oder Pigmentverschiebungen. Narben sind eher selten und entstehen meist nur bei schweren oder komplizierten Verläufen.

Ursachen / Risikofaktoren

Ekzeme entstehen durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Eine zentrale Rolle spielt eine gestörte Hautbarriere, durch die Feuchtigkeit verloren geht und Reizstoffe leichter eindringen können.
Mögliche Auslöser und Risikofaktoren sind:

  • Genetische Veranlagung, insbesondere bei atopischem Ekzem
  • Reizstoffe wie häufiges Waschen, Seifen, Reinigungsmittel oder Chemikalien
  • Kontakt mit allergieauslösenden Stoffen, z. B. Nickel, Duftstoffe oder Konservierungsmittel
  • Trockene Haut, Kälte oder geringe Luftfeuchtigkeit
  • Stress, der Schübe auslösen oder verstärken kann
  • Hormonelle Faktoren oder bestehende Hauterkrankungen

Welche Faktoren im Einzelfall entscheidend sind, unterscheidet sich von Person zu Person.

Das kann helfen

Das macht der Arzt: Die Behandlung eines Ekzems richtet sich nach der Ursache, dem Schweregrad und dem Verlauf. Ärzte setzen je nach Situation entzündungshemmende Cremes oder Salben ein, häufig auch kortisonhaltige Präparate, diese jedoch zeitlich begrenzt und gezielt.
Das kann man selbst tun: Eine zentrale Rolle spielt die konsequente Basispflege: rückfettende, unparfümierte Pflegeprodukte helfen, die Hautbarriere zu stabilisieren und Schübe zu verhindern. Wichtig ist ausserdem, individuelle Auslöser zu erkennen und zu meiden, etwa bestimmte Kosmetika oder Reizstoffe.
Betroffene selbst können unterstützen, indem sie die Haut schonend reinigen, nicht zu heiss baden oder duschen, Kratzen möglichst vermeiden und auf eine regelmässige Pflege achten. Bei chronischen oder immer wiederkehrenden Beschwerden ist eine dermatologische Betreuung sinnvoll.

Quellenangaben:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Mehrle, Augenheilkunde, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 8.Auflage

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

WhatsApp Kanal Banner
Medikamente ohne Zuzahlung

Alle zwei Wochen neu: die aktuelle Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel.

Arzneimitteldatenbank

Medikamenten-Name oder Wirkstoff eingeben für mehr Informationen.

Podcast
Podcast-Logo "aponet in 3 Minuten"
Podcast
Gesundheitspolitik

Im Fokus diesmal: Vitaminpräparate für Kinder, Mikrobiom-Selbsttests und neue Aufgaben für…

Krankheiten von A - Z

In diesem Lexikon finden Sie umfassende Beschreibungen von etwa 400 Krankheitsbildern

nach oben