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Entengrütze: Kleine Pflanze, großer Nährwert

18.01.2017

Wasserlinsen kennen die meisten Menschen nur als grünen Teppich, der ganze Gewässer bedecken kann. Jetzt konnten Forscher zeigen, dass die Pflanze, die oft auch weniger appetitlich als „Entengrütze“ bezeichnet wird, ein bislang unbekanntes Potenzial für die menschliche Ernährung haben könnte.

Außer für Frösche, Enten und andere Wasserbewohner war die "Entengrütze" bisher hierzulande kaum interessant.
Außer für Frösche, Enten und andere Wasserbewohner war die "Entengrütze" bisher hierzulande kaum interessant.
© Steve Byland - Fotolia.com

Wissenschaftler von der Universität Jena hatten gemeinsam mit Kollegen aus Deutschland und Indien dem Nährwert von Wasserlinsen nachgespürt und Überraschendes zutage gefördert. Die kleinen Wasserpflanzen, die keine Wurzeln besitzen, enthalten viel Eiweiß. „Wasserlinsen können zweifellos als Proteinquelle für die menschliche Ernährung dienen“, sagt Prof. Gerhard Jahreis von der Friedrich Schiller University in Jena. Der Proteingehalt der kleinen Pflanzen sei vergleichbar mit dem von Lupinen, Raps oder Erbsen mit einem Proteinanteil von 30 Prozent in der Trockenmasse. Darüber hinaus enthalten Wasserlinsen wertvolle Omega-3-Fettsäuren wie Stearidonsäure und Alpha-Linolensäure, wie Jahreis und Kollegen im Fachblatt Food Chemistry berichten.

Und mehr noch: Auf dem Wasser schwimmend könnten die Pflanzen leicht im Wasser gelöste Spurenelemente aufnehmen. Auf diese Weise wäre es vielleicht möglich, mit ihrer Hilfe Defizite auszugleichen, die durch eine Mangelernährung entstehen, und das mit wenig Kosten und Aufwand. Ein weiteres Plus ist, dass Wasserlinsen zum Wachsen keine Landfläche benötigen. Das sei zum Beispiel gegenüber Soja ein Vorteil, so die Forscher. Besonders vielversprechend ist ihnen zufolge die Wasserlinsenart Wolffia globosa.

In der Küche könnten Wasserlinsen zum Beispiel in Form von Smoothies Verwendung finden oder bei der Herstellung glutenfreier Backwaren, stellen sich die Pflanzenforscher vor. In asiatischen Ländern wie Thailand, Laos oder Kambodscha stünden Wasserlinsen-Arten schon seit Jahrtausenden auf dem Speiseplan. Wolffia globosa etwa werde in Suppen serviert, als Gemüse oder in Omeletts. Bislang werden Wasserlinsen allerdings noch nicht angebaut, sondern einfach von der Wasseroberfläche geerntet. Erste Versuchsanlagen gebe es in Israel und den Niederlanden.

HH

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