Ernährung kann entzündliche Prozesse im Körper beeinflussen und ist besonders bei Autoimmunerkrankungen ein wichtiger Faktor. Die Lebensmittelwissenschaftlerin Anna Hüsing vom IST-Studieninstitut erklärt, wie eine ausgewogene, antientzündliche Ernährung regulierend wirken kann. Eine medizinische Behandlung ersetzt sie aber nicht.
In Deutschland hätten etwa neun Prozent der Menschen eine Autoimmunerkrankung, wie die IST-Hochschule für Management unter Verweis auf den Verband für Ernährung und Diätik schreibt. Dabei richte sich das Immunsystem gegen den eigenen Körper. Beispiele dafür sind Rheumatoide Arthritis, Typ-1-Diabetes und Zöliakie. Solche Erkrankungen hätten zwischen 2012 und 2022 um etwa 22 Prozent zugenommen, ohne dass Gründe bekannt seien.
Wie kann die Ernährung Entzündungen hemmen?
Eine gesunde Ernährung mit viel Gemüse, Ballaststoffen, Omega-3-Fettsäuren und wenig stark verarbeiteten Lebensmitteln und Zucker trügen dazu bei, das Immunsystem zu regulieren und Entzündungen zu verringern. „Sie ist damit ein wichtiger Bestandteil einer ganzheitlichen Betrachtung. Wichtig ist mir die klare Abgrenzung: Ernährung kann unterstützend wirken, aber sie ersetzt keine medizinische Diagnose oder Therapie“, sagte Hüsing.
Was hat der Darm mit Entzündungen zu tun?
Im Darm gebe es Gewebe, das zum Immunsystem gehöre und sich mit dem Darmmikrobiom austausche. „Ballaststoffe aus Vollkornprodukten, Gemüse und Hülsenfrüchten dienen den Darmbakterien als ‚Nahrung‘ und können deren Vielfalt fördern. Eine vielfältige Darmflora wird wiederum mit einer stabileren Immunregulation in Verbindung gebracht. Das ist ein spannendes Forschungsfeld, auch wenn noch nicht alle Mechanismen vollständig verstanden sind“, erläuterte Hüsing.
Spezielle Situation bei Zöliakie
Während allgemein eine gesunde, ausgewogene Ernährung regulierende Effekte auf das Immunsystem habe, gebe es bei der Autoimmunerkrankung Zöliakie eine Immunreaktion auf einen Nahrungsbestandteil: Gluten aus Weizen, Roggen und Gerste ruft eine Entzündungsreaktion in der Schleimhaut des Dünndarms hervor. Dann ist eine strikt glutenfreie Ernährung nötig, um die Entzündungsprozesse zu vermeiden.