Gesund leben

Fettleber mit Zucker bekämpfen?

25.02.2016

Es hört sich an, als wolle man den Teufel mit dem Beelzebub austreiben: Zucker soll bei der Behandlung der nicht-alkoholischen Fettleber helfen, die unter anderem durch zu viel Zucker entsteht. Doch einer neuen US-Studie zufolge könnte das tatsächlich funktionieren.

Zu viel Zucker schadet der Gesundheit.
Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt, täglich nicht mehr als insgesamt sechs Teelöffel Zucker zu sich zu nehmen.
© Piotr Marcinski - Fotolia

„Generell gilt: Füttert man eine Maus mit zuckerreichem Futter, bekommt sie eine Fettleber“, sagt M.D. Brian DeBosch von der Washington University School of Medicine. Doch füttere man Mäuse mit Futter, das viel Fruchtzucker enthalte, und gleichzeitig mit Trinkwasser mit drei Prozent Trehalose, werde die Entstehung einer Fettleber komplett verhindert. Die Mäuse wogen am Ende der Studie weniger und hatten weniger Cholesterin und Fettsäuren im Blut, wie DeBosch und Kollegen in der Fachzeitschrift Science Signaling berichten. Die Trehalose ist ein Zweifachzucker, der sich in diesem Fall aus zwei Glukose-Einheiten zusammensetzt. Sie kommt natürlich in Pflanzen und Insekten vor. Wie die Studie zeigte, scheint die Trehalose den Fruchtzucker Fruktose daran zu hindern, in die Leber zu gelangen. Fruktose gilt als eine der Hauptursachen für eine nicht-alkoholische Fettleber. Des Weiteren scheint der Zweifachzucker einen zellulären Reinigungsprozess in Gang zu setzen, durch den überschüssige Fettablagerungen in den Leberzellen entfernt werden.

DeBosch warnt jedoch, dass weitere Studien nötig seien, bevor man Trehalose-Zucker im Rahmen klinischer Studien an Patienten mit einer nicht-alkoholischen Fettleber testen könne. „Ich kann sie meinen Patienten jetzt noch nicht empfehlen“, sagt der Gastroenterologe. So habe sich zwar gezeigt, dass Mäuse, die das Trehalose-Wasser tranken, an Gewicht verloren. Es sei jedoch nicht klar, ob es sich dabei um einen Verlust von Fett handle oder ob noch andere Ursachen dahinter stecken könnten, wie etwa ein Verlust von Knochen- oder Muskelmasse.

HH

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