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Hälfte der Frauen mit Herzversagen wird falsch behandelt

08.01.2020

Mehr Frauen als Männer sterben an Herzversagen, fachsprachlich Herzinsuffizienz. Der Grund dafür ist, dass die Hälfte der Fälle bei Frauen nicht durch einen Herzinfarkt verursacht wird, der mit modernen Methoden behandelt werden kann. Bei ihnen handelt es sich vielmehr um die Langzeitfolgen von Bluthochdruck.

Viele Frauen, die unter Herzschwäche leiden, werden nicht richtig behandelt.
Bei vielen Frauen ist ein unbehandelter hoher Blutdruck die Ursache für ihre Herzschwäche.
© zinkevych - stock.adobe.com

Bei der Hälfte der Frauen mit Herzversagen ist kein Herzinfarkt die Ursache, sondern ein über lange Zeit bestehender unbehandelter hoher Blutdruck. Das führt zu einer fortschreitenden Versteifung des Herzens, für die es bislang keine wirksame Behandlung gibt. Professorin Eva Gerdts vom Institut für Klinische Wissenschaft der Universität Bergen erläutert: „Männer und Frauen haben eine unterschiedliche Biologie, und dies führt zu unterschiedlichen Arten von Herzinsuffizienz. Es ist an der Zeit, diese Unterschiede zu erkennen. Aus medizinischer Sicht wissen wir immer noch nicht, wie Frauen am besten gegen Herzinfarkt oder -versagen behandelt werden. Das ist eine inakzeptable Situation.“

Verschiedene Risikofaktoren tragen zu den Geschlechtsunterschieden bei:

  • Frauen nehmen mehr an Gewicht zu: Weltweit sind elf Prozent der Frauen und fünfzehn Prozent der Männer fettleibig (BMI größer 30 kg/m2). „Die Fettleibigkeit nimmt mit dem Alter zu, und dieser Trend ist bei Frauen stärker als bei Männern. Übergewicht erhöht das Risiko für Bluthochdruck um den Faktor drei. Dies wiederum erhöht das Risiko für Herzerkrankungen“, erklärt Gerdts.
  • Diabetes-Typ 2: Fettleibigkeit erhöht auch das Risiko für Diabetes vom Typ 2. Eine Frau mit Diabetes hat ein viel höheres relatives Risiko für Herzkomplikationen und Tod als ein Mann.
  • Östrogen schützt das Herz: Nach den Wechseljahren ist der Östrogenspiegel niedrig, wodurch die Arterien steifer und anfälliger für Krankheiten werden.
  • Rauchen: Mittlerweile beginnen mehr Frauen mit dem Rauchen an als Männer. „Viele Frauen fangen an zu rauchen, um ihren Appetit zu reduzieren und ihr Gewicht zu kontrollieren. Dies ist jedoch aus gesundheitlicher Sicht keine gute Wahl“, sagt Gerdts.

NK

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