Eine Frühgeburt kann für Eltern und Kind belastend sein. Eine britische Studie zeigt nun: Schwangere, die kontinuierlich von einer Gemeindehebamme begleitet werden, hatten ein deutlich geringeres Risiko, ihr Kind zu früh zur Welt zu bringen.

Das Risiko, das Kind vor der 37. Schwangerschaftswoche zu gebären, ist mit einer Gemeinde-Hebamme deutlich geringer: Das ist das zentrale Ergebnis einer Studie aus dem Vereinigten Königreich.
Dafür hatte ein Forschungsteam die Daten von mehr als 1.300 Schwangeren analysiert, die Gemeinde-Hebammen von der Schwangerschaft bis nach der Geburt begleitet hatten. Verglichen wurden sie mit mehr als 5.300 Schwangeren, die ein ähnliches Frühgeburtsrisiko hatten und die Standardversorgung ohne die Hebamme bekamen.
Das Ergebnis: Schwangere mit einer Gemeindehebamme hatten ein um 45 Prozent geringeres Risiko, vor der 37. Schwangerschaftswoche zu entbinden. Konkret lag das Risiko dieser Frauen für eine Frühgeburt bei 4,6 Prozent, gegenüber 8,4 Prozent in der Vergleichsgruppe ohne Hebammenbegleitung.
Ein ähnlicher Unterschied zeigte sich auch bei bestimmten Gruppen, die statistisch häufiger von Frühgeburten betroffen sind. Dazu zählten unter anderem schwarze oder asiatische Frauen, Angehörige ethnischer Minderheiten sowie Schwangere aus sozial benachteiligten Regionen.
Studienautorin Professor Jane Sandall vom King’s College London erklärte in einer Mitteilung zur Veröffentlichung: „Unsere Ergebnisse bieten eine mögliche Lösung zur Verringerung von Ungleichheiten in der Geburtshilfe. Frauen lernen das kleine Team von Hebammen kennen, werden in der Nähe ihres Wohnortes betreut und wissen, dass ihre Hebammen sich bei Bedarf mit dem gesamten Gesundheitsteam abstimmen.“ Die Ergebnisse unterstützten zudem das Ziel des britischen Gesundheitssystems, die Versorgung stärker aus dem Krankenhaus in den Wohnort der Familien zu verlagern.
Quelle: DOI 10.1111/1471-0528.70101
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