Krankheitsbild
Die Bauchspeicheldrüse bildet zum einen Verdauungsenzyme und zum anderen das HormonInsulin, das für den Blutzuckerstoffwechsel wichtig ist. Funktionseinschränkungen der Bauchspeicheldrüse, auch Pankreasinsuffizienz genannt, können beide Bereiche betreffen. Bei der exokrinen Pankreasinsuffizienz bildet das Organ nicht mehr genug Verdauungsenzyme, was zu Verdauungsproblemen und Mangelernährung führen kann. Bei der endokrinen Pankreasinsuffizienz ist die Bildung von Insulin eingeschränkt. Ein gestörter Blutzuckerstoffwechsel und Diabetes sind die Folge.
Symptome/Verlauf
Eine exokrine Pankreasinsuffizienz bleibt oft zunächst unbemerkt. Später äussert sie sich durch Blähungen, Durchfall, übelriechenden, fettreichen Stuhlgängen (Fettstuhl) sowie Gewichtsverlust und Mangelerscheinungen. Geht die Erkrankung auf eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung zurück, kommen oft zum Teil starke Oberbauchschmerzen hinzu.
Die endokrine Pankreasinsuffizienz tritt im Verlauf häufig zusätzlich zur exokrinen Form auf und führt zu einem Mangel an Insulin und damit zu einen gestörten Blutzuckerstoffwechsel (Diabetes Typ 3c oder pankreopriver Diabetes). Da auch der Gegenspieler des Insulins, das Glucagon, in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird, kommt es bei dieser Art des Diabetes sehr häufig auch zu Unterzuckerungen.
Folgen/Komplikationen
Durch die mangelnde Produktion von Verdauungsenzymen wird die Nahrung im Darm nicht mehr ausreichend aufgeschlossen und aufgenommen. Besonders die Fettverdauung und die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen ist mitunter stark eingeschränkt. Starker Gewichtsverlust, Mangelzustände oder auch Knochenschwund (Osteoporose) können die Folge sein. Entwickelt sich aufgrund einer endokrinen Pankreasinsuffizienz ein Diabetes, besteht eine erhöhte Gefahr für lebensbedrohliche Unterzuckerungen. Liegt eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung als Ursache zugrunde, besteht zudem ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Ursachen/Risikofaktoren
Die häufigste Ursache einer Funktionsstörung der Bauchspeicheldrüse ist eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung. Diese geht wiederum in den meisten Fällen auf Alkoholmissbrauch zurück, zusätzliches Rauchen kann das Risiko deutlich erhöhen. Weitere Ursachen können Mukoviszidose (erbliche Stoffwechselerkrankung), Bauchspeicheldrüsenkrebs oder Operationen an der Bauchspeicheldrüse sein.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Der Arzt stellt zunächst die Diagnose und untersucht die Ursachen der Pankreasinsuffizienz. Zentral ist oft eine Schmerztherapie. Ausserdem verschreibt er Verdauungsenzyme sowie Nährstoffsupplemente und leitet bei Bedarf eine Diabetes-Therapie ein. Eine Ernährungsberatung kann helfen, Verdauungsbeschwerden weiter einzudämmen.
Das kann man selbst tun: Liegt eine chronische Bauchspeicheldrüsenentzündung zugrunde, empfiehlt sich dringend, auf Alkohol und Zigaretten zu verzichten. Kleinere Mahlzeiten in Kombination mit der Aufnahme von Verdauungsenzymen können Nahrungsaufnahme und Symptome verbessern.
Quellenangaben:
Thieme, Thiemes Altenpflege in Lernfeldern, Thieme, (2008) - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.