Eisenspeicherkrankheit (Siderosen)

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  19.03.2026 00:00 Uhr

Eisenspeicherkrankheiten sind ein Krankheitskomplex, bei dem der Körper zu viel Eisen in Geweben und Organen des Körpers einlagert, besonders in der Leber. Langfristig kann eine Eisenüberladung schwere Organschäden verursachen. Häufig verwendete Bezeichnungen sind Hämochromatose oder Hämosiderose.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Eisenspeicherkrankheiten sind ein Krankheitskomplex, bei dem der Körper zu viel Eisen aufnimmt und im Körper einlagert, zum Beispiel in der Leber, aber auch in der Bauchspeicheldrüse, Herz, Haut oder Gelenken. Langfristig kann eine Eisenüberladung schwere Organschäden verursachen. Die häufigste Form ist die primäre Eisenspeicherkrankheit. Sie ist erblich bedingt. Die Krankheit kann aber auch als Folge anderer Erkrankungen auftreten. Welche Organe betroffen sind und wie stark Beschwerden ausfallen, kann sehr unterschiedlich sein.

Symptome / Verlauf

Die Beschwerden entwickeln sich meist schleichend. Frühzeichen sind oft unspezifisch, zum Beispiel Müdigkeit, Abgeschlagenheit, Kurzatmigkeit, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Leistungsminderung, teils auch Haarausfall oder Gelenkschmerzen. Bei Leberbeteiligung können Druck- oder Völlegefühl im Oberbauch auftreten.
Erst wenn sich über Jahre grössere Eisenmengen angesammelt haben, treten organbezogene Symptome auf. Da die Symptome auch andere Ursachen haben können, werden Eisenspeicherkrankheiten nicht selten erst spät erkannt.

Folgen / Komplikationen

Unbehandelt kann die Eisenüberladung Organe dauerhaft schädigen.

  • Besonders schwerwiegend ist eine Leberbeteiligung: Es kann zu Leberzirrhose kommen, die ihrerseits das Risiko für Leberkrebs erhöht.
  • Wenn die Bauchspeicheldrüse betroffen ist, kann sich ein Diabetes entwickeln. Typisch sind dann vermehrter Durst und häufiges Wasserlassen.

- Bei Herzbeteiligung sind Herzrhythmusstörungen und Herzschwäche mögliche Folgen.

  • Eisenablagerungen in Gelenken, häufig an den Händen, können Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursachen.
  • Eisen fördert die Bildung von Melatonin, wodurch die Haut oft bronzefarben wirkt.

Je früher die Eisenüberladung erkannt und gesenkt wird, desto besser lassen sich Folgeschäden verhindern.

Ursachen / Risikofaktoren

Eisen ist lebenswichtig, etwa für die Blutbildung. Normalerweise steuert der Darm, wie viel Eisen aus der Nahrung aufgenommen wird. Bei Eisenspeicherkrankheiten ist die Aufnahme oder Verarbeitung von Eisen im Körper gestört. Überschüssiges Eisen kann der Körper jedoch kaum aktiv ausscheiden. Es häuft sich in den inneren Organen an, was zu schweren Organschäden führt.
Man unterscheidet:

  • Primäre (erbliche) Hämochromatosen: Durch einen Gendefekt nimmt der Darm zu viel Eisen aus der Nahrung auf. Beschwerden zeigen sich häufig erst im Erwachsenenalter. Männer sind öfter betroffen als Frauen, unter anderem weil Frauen über die Menstruation regelmässig Eisen verlieren.
  • Sekundäre (erworbene) Hämochromatosen: Sie entstehen im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen oder Behandlungen, zum Beispiel wiederholten Bluttransfusionen, Blutarmut, Lebererkrankungen oder Alkoholmissbrauch.

Das kann helfen

Das macht der Arzt: Ziel der Behandlung ist es, den Eisengehalt im Körper zu senken. Insbesondere bei den erblichen Formen ist ein regelmässiger Aderlass eine zentrale Massnahme, um überschüssiges Eisen zu entfernen. Bei erworbenen Formen können Medikamente, sogenannte Chelatbildner, eingesetzt werden. Sie binden das Eisen und fördern die Ausscheidung. Zusätzlich behandelt der Arzt mögliche Grunderkrankungen und kontrolliert die Eisenwerte sowie betroffene Organe.
Das kann man selbst tun: Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist eine gute Grundlage. Unterstützend kann es sinnvoll sein, sehr eisenreiche Lebensmittel nur in Massen zu essen und auf Lebensmittel mit zugesetztem Eisen lieber zu verzichten. Alkohol sollte möglichst vermieden werden, weil er den Eisenspiegel erhöhen kann und die Leber zusätzlich belastet. Wichtig sind regelmässige Kontrollen und die konsequente Umsetzung der ärztlich empfohlenen Behandlung.

Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Mutschler, Arzneimittelwirkungen, Wiss.Verl.-Ges., (2008), Aufl. 9 - Herold, Innere Medizin, Herold, (2011)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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