Erhöhte Blutungsneigung

ABDATA Pharma-Daten-Service  |  19.03.2026 00:00 Uhr

Eine Blutungsneigung (hämorrhagische Diathese) ist eine Störung der Blutstillung, bei der es zu ungewöhnlich häufigen, starken oder lang anhaltenden Blutungen kommt - spontan oder schon nach kleinen Verletzungen. Die Blutungen können an der Haut, an Schleimhäuten oder auch im Inneren des Körpers auftreten. Ursache sind angeborene oder erworbene Störungen der Gerinnungsfaktoren, der Blutplättchen oder der Blutgefässe.

Inhaltsverzeichnis

Krankheitsbild

Eine Blutungsneigung, auch hämorrhagische Diathese genannt, beschreibt eine vermehrte Neigung zu Blutungen, die entweder spontan ohne erkennbaren Auslöser oder schon nach kleinen Verletzungen auftreten können. Menschen mit einer Blutungsneigung bluten ungewöhnlich stark oder länger als sonst, und zwar nicht nur bei sichtbaren Wunden, sondern auch unter der Haut, an Schleimhäuten oder im Inneren des Körpers.

Symptome/Verlauf

Die Symptome einer Blutungsneigung sind sehr unterschiedlich und hängen von der zugrunde liegenden Ursache ab. Häufige Anzeichen sind häufiges oder starkes Nasen- oder Zahnfleischbluten, leichte und wiederkehrende Blutergüsse sowie längere Nachblutungen nach kleinen Verletzungen oder zahnärztlichen Eingriffen. Bei manchen Menschen mit schweren Gerinnungsstörungen können auch tiefer liegende Blutungen in Gelenken, Muskeln oder seltener in inneren Organen auftreten. Manche Betroffene bemerken ihre Blutungsneigung schon in der Kindheit, weil regelmässig spontane Blutungen auftreten, während milde Formen oft erst im Erwachsenenalter auffallen, zum Beispiel nach einer Operation oder während starker Menstruationen.

Folgen/Komplikationen

Unbehandelt kann eine ausgeprägte Blutungsneigung zu dauerhaften Problemen führen. Wiederholte Blutungen können Schmerzen, grosse Blutergüsse, Blutverlust und im Extremfall eine Anämie (Blutarmut) verursachen. Tiefe Blutungen in Gelenke und Muskeln können langfristig Schäden und Bewegungseinschränkungen hervorrufen, und innere Blutungen, etwa im Gehirn oder Magen-Darm-Trakt, können lebensbedrohlich sein. Auch nach Operationen oder Verletzungen besteht ein höheres Risiko für verstärkte Nachblutungen.

Ursachen/Risikofaktoren

Die Ursachen einer Blutungsneigung sind vielfältig. Grundsätzlich kann sie durch Störungen der Gerinnungsfaktoren, der Blutplättchen (Thrombozyten) oder der Blutgefässe entstehen.

  • Angeborene Ursachen: Dazu gehören genetisch bedingte Gerinnungsstörungen wie die Bluterkrankheit (Hämophilie) oder die von-Willebrand-Erkrankung, bei denen bestimmte Blutgerinnungsfaktoren fehlen oder nicht richtig funktionieren.
  • Erworbene Ursachen: Störungen können auch durch Erkrankungen im Erwachsenenalter entstehen, etwa durch Leber- oder Nierenkrankheiten, Vitamin-K- oder Vitamin-C-Mangel (Skorbut).
  • Medikamente: Gerinnungshemmende Medikamente oder auch Kortison oder Antibiotika können möglicherweise zu einer erhöhten Blutungsneigung führen.

Das kann helfen

Das macht der Arzt: Beim Arztbesuch klärt zunächst die Ursache der Blutungsneigung ab. Je nach Befund kann der Arzt weitere spezialisierte Tests oder eine Überweisung an ein hämostaseologisches Spezialzentrum veranlassen.
Das kann man selbst tun: Bei diesen Anzeichen empfiehlt es sich, vorsorglich einen Arzt aufzusuchen, um zu klären, ob eine erhöhte Blutungsneigung besteht:

  • häufigere oder ausgeprägte blaue Flecken
  • starke Neigung zu Zahnfleisch- oder Nasenbluten
  • ungewöhnlich starke Monatsblutungen
  • punktförmige Einblutungen auf der Haut

Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Mutschler, Arzneimittelwirkungen, Wiss.Verl.-Ges., (2008), Aufl. 9 - Andreae, von Hayek, Weniger, Krankheitslehre für Altenpflege, Thieme, (2006)

Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

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