Krankheitsbild
Bei einer Knochenmarksentzündung dringen Krankheitserreger in das Knochengewebe ein und verursachen dort eine Entzündungsreaktion. Das betroffene Gewebe schwillt an, wird schlechter durchblutet und kann im Verlauf absterben. Die Erkrankung kann sich plötzlich entwickeln oder schleichend verlaufen. Besonders gefährdet sind Menschen mit offenen Wunden, geschwächtem Immunsystem oder nach Operationen am Knochen. Eine frühzeitige Behandlung spielt eine wichtige Rolle, um Komplikationen zu vermeiden.
Symptome/Verlauf
Die Beschwerden hängen vom Verlauf und der jeweiligen Ursache ab. Zu den typischen Anzeichen zählen:
- Starke Schmerzen im betroffenen Knochenbereich
- Schwellung und Rötung über dem entzündeten Areal
- Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl
- Bewegungseinschränkung und Schonhaltung
- Eiterbildung oder offene Stellen bei chronischem Verlauf
Die akute Form entwickelt sich rasch und ist oft mit hohem Fieber verbunden. Die chronische Form kann über Wochen oder Monate bestehen und verläuft schleichend. Sie ist schwieriger zu behandeln und kann wiederkehrende Beschwerden verursachen. Eine frühzeitige Diagnose verbessert die Heilungschancen deutlich.
Folgen/Komplikationen
Unbehandelt kann die Knochenmarksentzündung zu dauerhaften Schäden führen. Es drohen Knochenabbau, Gelenkversteifungen oder im Extremfall sogar Amputationen. Auch eine Ausbreitung der Infektion auf andere Organe ist möglich. Bei Kindern kann das Wachstum des betroffenen Knochens gestört werden. Chronische Verläufe belasten die Lebensqualität und erfordern oft langwierige Therapien. In schweren Fällen kann eine Blutvergiftung entstehen, die lebensbedrohlich ist.
Ursachen/Risikofaktoren
Die häufigste Ursache ist eine bakterielle Infektion, meist mit Staphylokokken. Diese gelangen über offene Wunden, Operationen oder über das Blut in den Knochen. Zu den Risikofaktoren zählen Verletzungen mit offenen Knochenbrüchen, Operationen am Skelettsystem, Diabetes, Durchblutungsstörungen, Immunschwäche oder chronische Erkrankungen sowie lange verbleibenden Fremdkörper wie Metallimplantate. Auch Kinder und ältere Menschen sind besonders gefährdet, da ihr Immunsystem oft weniger effektiv arbeitet.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er stellt die Diagnose meist durch bildgebende Verfahren wie Röntgen, Magnetresonanztomografie oder Computertomografie sowie durch Blutuntersuchungen. Zur Behandlung werden Antibiotika eingesetzt, oft über längere Zeit und teilweise intravenös. In schweren Fällen ist eine Operation notwendig, um abgestorbenes Gewebe zu entfernen.
Das kann man selbst tun: Generell Wunden sorgfältig reinigen und versorgen. Frühzeitig bei Schmerzen oder Fieber ärztlichen Rat einholen. Chronische Erkrankungen wie Diabetes gut einstellen lassen. Grenzen sind erreicht, wenn starke Schmerzen, Fieber oder offene Stellen auftreten. Dann sollte sofort ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden, da eine frühzeitige Therapie entscheidend für die Heilung ist.
Quellenangaben:
Thews, Mutschler, Vaupel, Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Menschen, WVG, (2007), 5. Aufl. - Hahn, Kaufmann, Schulz, Suerbaum, Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Springer, (2009), 6.Auflage - Brunkhorst, Schölmerich, Differenzialdiagnostik und Differenzialtherapie, Elsevier (Urban & Fischer), (2010), 1. Auflage - Wülker, Orthopädie und Unfallchirurgie, Thieme, (2009), 2. Auflage
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.