Krankheitsbild
Eine Phlegmone entsteht, wenn Bakterien, meist über kleine Hautverletzungen, in das Gewebe eindringen. Im Unterschied zu klar abgegrenzten Abszessen breitet sich die Entzündung diffus aus. Typisch ist, dass die betroffene Region zunehmend anschwillt, wärmer wird und schmerzt. Ohne Behandlung kann die Entzündung schnell tiefer liegende Strukturen erfassen.
Symptome/Verlauf
Die Beschwerden beginnen oft plötzlich und verschlimmern sich innerhalb kurzer Zeit. Zu den typischen Anzeichen zählen:
- Rötung und deutliche Überwärmung des betroffenen Areals
- Schmerzen, die sich bei Druck oder Bewegung verstärken
- Schwellung, die sich kontinuierlich ausbreitet
- Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl
Unbehandelt kann die Entzündung weiter ins Gewebe vordringen und sich entlang von Sehnen oder Muskeln ausbreiten. Der Verlauf hängt von der Erregermenge, dem Zustand des Immunsystems und der Schnelligkeit der Behandlung ab.
Folgen/Komplikationen
Eine Phlegmone kann schwere Folgen nach sich ziehen, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Dazu zählen tiefe Gewebezerstörungen, Blutvergiftung, Gelenkbeteiligungen oder Funktionsverluste von Muskeln und Sehnen. In seltenen Fällen kann sich eine lebensbedrohliche Infektion entwickeln, die eine intensivmedizinische Behandlung erfordert.
Ursachen/Risikofaktoren
Die Entzündung wird meist durch Bakterien wie Streptokokken oder Staphylokokken ausgelöst. Häufig gelangt der Erreger durch kleine Verletzungen in die Haut. Risikoerhöhend wirken Diabetes, Durchblutungsstörungen, ein geschwächtes Immunsystem oder chronische Hauterkrankungen. Auch mangelnde Wundpflege oder wiederholte Hautreizungen können das Risiko erhöhen.
Das kann helfen
Das macht der Arzt: Er behandelt eine Phlegmone in der Regel mit passenden Antibiotika sowie Medikamenten zur Linderung von Schmerzen und Entzündung. Bei fortgeschrittenen Infektionen können Infusionen oder operative Massnahmen nötig sein.
Das kann man selbst tun: Betroffene sollten Wunden sauber halten und eine Überlastung vermeiden. Grenzen der Selbsthilfe bestehen bei Fieber, zunehmender Schwellung, starken Schmerzen oder rascher Ausbreitung. Dann ist sofort ärztliche Behandlung erforderlich.
Quellenangaben:
Moll, Dermatologie, (2010), 7. Auflage - Hoyme, Klinik der entzündlichen Erkrankungen des Uterus und der Adnexe, (2006)
Die Information liefert nur eine kurze Beschreibung des Krankheitsbildes, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie sollte keinesfalls eine Grundlage sein, um selbst ein Krankheitsbild zu erkennen oder zu behandeln. Sollten bei Ihnen die beschriebenen Beschwerden auftreten, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.